Archiv: Rezensionen zu Literatur und Film
Montag, 21. Dezember 2020
Gastrezension: Alice im Totenland (Mainak Dhar)
Mittwoch, 25. November 2020
Gastrezension: Lumera Expedition: Return (Jona Sheffield)
Deutschland 2020
Lumera Expedition: Return
Autorin: Jona Sheffield
Verlag: Selbstverlag
Format: eBook, gebundene Ausgabe
Genre: Science-Fiction
Mit „Lumera Expedition: Return“ ist die Trilogie abgeschlossen – ein letztes Mal nimmt uns JonaSheffield mit Julia und ihren Freunden mit nach Lumera und auf die durch Klimawandel undNaturkatastrophen zerstörte Erde. Allerdings dürfen wir uns offenbar auf ein Wiedersehen mitLumera und einigen Charakteren freuen, denn ein weiterer Roman aus dem Lumera-Universum istanscheinend bereits in Arbeit.
Ich habe lange auf diesen Band gewartet, oder zumindest fühlte es sich so an, und als er da war, habe ich ihn direkt am Stück durchgelesen. Spannend von Anfang bis Ende und – wie es zu erwarten war –mit einem kleinen sehr überraschenden Schlenker in der Handlung, der jedoch von großer Bedeutung für alles Weitere sein wird. Besonders viel kann und will ich zur Handlung nicht sagen, da dies spoilern würde. Gesagt werden kann jedoch: Während im ersten Band vor allem der Klimawandel und dessen Folgen für die Menschheit im Fokus standen, konzentrierte sich der zweite Band aufeinen Neuaufbau einer menschlichen Zivilisation in der Fremde und den menschlichen Umgang mitfremden Kulturen. Dieser Teil beschreibt eine Zivilisation, die ums Überleben kämpft und dabei imwahrsten Sinne des Wortes über Leichen geht: Die letzten Überlebenden auf der Erde sind mehr damit beschäftigt, einander zu bekämpfen, als gemeinsam ihrer aller Überleben zu sichern. Spannend, mahnend, und gar nicht einmal nur eine Fiktion, sondern vielmehr eine vorstellbare Wirklichkeit.
Nach einem Hilferuf von der Erde, versuchen Julia, John und Ethan mithilfe der Kidj’Dan dorthinzurück zu kehren um Hilfe zu leisten, soweit es ihnen möglich ist. Gleichzeitig sitzt Lenoir derwiederauferstandene und durch Hyperbots sehr mächtig gewordene Elias Fox im Nacken. Peter sucht weiterhin nach seiner mutierten und im Dschungel verschwundenen Freundin Anastacia. Zugleich gibt es einen neuen Handlungsstrang, der aus der Sicht des Mannes, der den Notruf absetzte, und seiner Tochter die Situation in einer der Kuppeln auf der Erde verdeutlicht. Und ein alter Handlungsstrang aus dem letzten Band wird ebenfalls wieder aufgegriffen und sehr elegant mit den neuen verknüpft.
Das klingt vermutlich verwirrender als es tatsächlich ist, denn dieses Mal sind keine so riesigen Zeitsprünge wie in den ersten Bänden mehr vorhanden und vieles scheint sogar annähernd parallel zu geschehen. Einzig der Prolog findet früher statt und bis ich den komplett verstanden habe, dauerte es viele Kapitel.
In ihrem flüssigen und gut zu lesenden Schreibstil verbindet Jona Sheffield alle diese Handlungsstränge allerdings auf eine passende Weise. Einzig die mehr oder weniger subtilen Hinweise auf die Anziehung zwischen Julia und John wirken teilweise etwas plump, aber das ist Klagen auf ganz hohem Niveau. Hier muss ich allerdings ergänzen: Es gibt inzwischen eine aktualisierte Version, die ich natürlich ebenfalls unter die Lupe genommen habe. In dieser hat da noch einmal eine Überarbeitung stattgefunden und damit gibt es diesen Kritikpunkt im Grunde nicht mehr; aufgenommen habe ich ihn dennoch, da ich beide Fassungen kenne und es mir wichtig ist, auf diese in meinen Augen sehr gute Änderung zu verweisen.
Im letzten Band war von diesen Kuppeln, die die Menschheit zu ihrer Rettung bauen wollte, bereits die Rede. Ich hatte mir darunter schöne Konstruktionen aus Stahl und verstärktem Glas oder derartigem vorgestellt. Stattdessen sind es Betonbauten, teilweise durch unterirdische Gänge verbunden, ohne Sonnenlicht, die Menschen sind technologisch weiter zurückgeworfen. Das war eine Ernüchterung. Aber was habe ich auch anderes erwartet, ich hätte langsam wissen sollen, dasses bei dieser Autorin nie so einfach ist.
Aber es sollte auch nicht die einzige Ernüchterung bleiben. Trotz des Krieges im vorherigen Band war dieser hier für mich persönlich grausamer. Möglicherweise, weil die Tode hier persönlicher sind. Weil Hoffnungen geweckt und dann wieder zerschlagen werden. Uff.
Im Ganzen gab es allerdings eine Situation, die mir persönlich unnötig grausam erschienen ist und der Weg dorthin wurde sich fast zu einfach gemacht. Wobei ich auch hier relativieren müsste, dassder Rückschlag, der auf diesem Weg passiert eine geplante Aktion zwar nicht wie geplant wie eine meterhohe Welle an den Strand krachen lässt, sondern zu einer sanften Welle ausläuft, diebestenfalls die Hosenbeine am Saum durchtränkt, dass dies allerdings vermutlich eher einer Realität entspringt und nicht das gestellte Konstrukt ist, das viele Autoren erzwingen wollen. Auch hier muss ich einfügen, dass es mit der oben bereits erwähnten aktualisierten Fassung eine Änderung gab. Das hat der ganzen Situation beziehungsweise einer Person viel mehr Würde gegeben, aber diese Situation auch noch härter und noch mehr zu meinem persönlichen Game-of-Thrones-Moment gemacht.
Abschließende Gedanken
Ja, ich musste durchatmen, als ich dieses Buch zuende gelesen hatte. Und ich musste ein paar Tage darüber nachdenken, ehe ich mich hinsetzen konnte, um diese Rezension zu verfassen. Aber das istauch gut so, denn es zeigt wieder einmal, dass in diesem Buch eine wichtige Botschaft verpackt ist,dass hier eine Mahnung ausgesprochen wird, die allerdings auf angenehme Weise, nämlich durch ein Buch – und seien wir mal ehrlich, wer von den Leuten, die die Rezension bis hierhin gelesen haben, liest denn nicht gerne? – vermittelt wird.
Abschließend kann ich zusammengefasst sagen: Story – top, Schreibstil – top, ich will meeeehr! Von mir gibt es eine ganz klare Leseempfehlung. Wer SciFi oder einfach gute Bücher mag, ist hier an der richtigen Adresse. Für mich ist es definitiv ein Highlight in diesem eher bescheidenen Jahr 2020.
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Gastrezensentin: Lavandula
Montag, 26. Oktober 2020
Meercast im Oktober: Das große Special zu "Die Chroniken des Aufziehvogels"
Blut, Schweiß und Tränen sind in diese Besprechung geflossen. In dieser Zeit hätte ich vor einigen Tagen bereits alles schriftlich hochladen können. Doch die Verkettung einiger unglücklicher Zufälle sind meine persönlichen Chroniken des Aufziehvogels. Angefangen von technischen Problemen bei der Aufnahme über eine komplette Löschung meiner gesamten Aufnahme bis hin zum Upload der Datei auf YouTube, was mich rund zwei Tage puren Nervenkitzel kostete.
All das natürlich für eine sehr spezielle Besprechung. "Die Chroniken des Aufziehvogels" sind in der Neuübersetzung von Ursula Gräfe am 13. Oktober beim DuMont Buchverlag erschienen und es gab einiges zu besprechen. Nicht minder kompliziert wie die Erstellung dieses Podcasts, so hat die deutsche Veröffentlichung eines der bekanntesten Werke von Haruki Murakami ebenfalls eine komplizierte Geschichte zu erzählen. Damit ist nicht der Inhalt der Geschichte gemeint, sondern die Veröffentlichung. Bereits 1998 ist eine gekürzte Übersetzung aus der englischen Adaption bei uns erschienen. Über 20 Jahre später geht ein Wunsch der Leser in Erfüllung: Der DuMont Buchverlag hat auf rund 1000 Seiten und übersetzt aus dem Japanischen eine ungekürzte Version als Hardcover veröffentlicht.
Obwohl ich mit meinen Video-Rezensionen zu der Gesamtausgabe von "Die Chroniken von Erdsee" sowie der Jubiläumsausgabe von dem "Herrn der Ringe" schon zwei Videobesprechungen (drei, wenn man "Hyrule Historia mitzählt) veröffentlicht habe, so sind "Die Chroniken des Aufziehvogels" die erste Video-Besprechung, die als "Meercast" hier auf dem Blog erscheint. Ich plane zwar nicht monatlich einen neuen Meercast, aber aufgrund der besseren Übersicht wird fortan jedes Video mit der Erwähnung des Monats versehen. Die Idee für diese neue Rubrik kam mir erst nach der Erstellung des Videos, weshalb es in der Besprechung selbst keine Erwähnung findet.
Und mit satten 42 Minuten hatte ich auch einiges zu erzählen. In der Welt der Podcasts ist dies natürlich noch eine sehr humane Zahl. Da ich aber möchte, dass sich jeder das anhören kann, was ihn interessiert, so ist das Video mit Zeitstempeln versehen und man kann zu den Themen navigieren, die man gerne hören möchte. Um diese Navigation in Anspruch nehmen zu können muss man das Video über YouTube schauen und die Videobeschreibung anklicken.
Leider ist das Video durch ein paar technische Probleme geplagt. Einige seltene abgehackte Stellen, ein gelegentliches Knacken und Lispeln tritt auf, was leider durch die neue Aufnahmesoftware entstanden ist. Die technischen Probleme sind vorab zu entschuldigen.
Und damit genug der Worte, Film ab für den Meercast Oktober: Die Chroniken des Aufziehvogels
Freitag, 16. Oktober 2020
Gastrezension: Der dunkle Spiegel (Andrea Schacht)








