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Donnerstag, 6. September 2018

Ranking of the Dead: Romeros Zombies



George A. Romero prägte 1968 mit seinem Low Budget Indie-Film "Night of the Living Dead" das Genre des Horrors neu. Weniger mit blutrünstigen Effekten, dafür aber mit vollen Fokus auf eine beklemmende Atmosphäre. Night of the Living Dead glich einem Bühnenstück. Obwohl der Film, technisch gesehen, heute ziemlich altbacken wirkt, so ist er aber unverkennbar noch immer ein Highlight des Genre und der Beginn einer Ära, die bis heute nichts von ihrer Popularität eingebüßt hat. Denn, am Ende kommen sie immer wieder. Sind die Leute einmal übersättigt von den wandelnden Toten, wie es aktuell bei "The Walking Dead" der Fall ist, werden sie in einigen Jahren wieder auferstehen und vermutlich erneut die Kabelsender, Streaming-Dienste oder gar die Kinos unsicher machen.

Vor einem Jahr, im Juli 2017, verstarb George Romero im Alter von 77 Jahren. Sein letzter Film, "Survival of the Dead" erschien 2009 und konnte weder Fans, Kritiker noch Investoren großartig überzeugen. Ein Mann wie Romero wurde anscheinend nicht mehr gebraucht. Dabei hatte Romero noch längst nicht vor, sich in den Ruhestand zu setzen. Seine "Of the Dead" Reihe war noch nicht abgeschlossen. Sein Projekt "Road of the Dead" nur eine Idee.
Mit dem Tod Romeros sollen nun zwei Projekte, darunter "Road of the Dead" und "Rise of the Living Dead", realisiert werden. Der Altmeister musste also erst die Welt verlassen, damit seine nicht realisierten Projekte endlich umgesetzt werden. Romero wollte sich bereits bei "Road of the Dead" nicht mehr selbst auf den Regiestuhl setzen. Er wäre für die Story mitverantwortlich, und als Produzent und Supervisor tätig gewesen. "Road of the Dead" wird also vermutlich das letzte Werk sein, was noch auf Ideen und Konzepte des Altmeisters basiert. Bei "Rise of the Living Dead" wird sein Sohn Cameron Romero für Drehbuch und Regie zuständig sein.

Die Qualität dieser Projekte darf natürlich ganz offiziell noch angezweifelt werden. Selbst Romeros mäßigere Filme in dem Genre waren immer noch gute Filme. Zuletzt veröffentlichter Schund wie "Day of the Dead: Bloodline" geben jedoch keine große Hoffnung darauf, dass sich etwas ändern wird. Fairerweise muss man jedoch sagen, dass dieses unsägliche Remake von Romeros vermutlich bestem Film nicht unter seiner Riege entstanden ist und auch keiner der Verantwortlichen, die an den neuen Projekten beteiligt sind, an Bloodline beteiligt waren.

In letzer Zeit war ich George A. Romeros schleichenden Kannibalen noch einmal auf der Spur. Die Idee zu einem Ranking, was auf den ersten Blick sicher überraschen wird, kam mir spontan in den Sinn. Qualifiziert für dieses Ranking sind alle Zombie-Filme, die unter Romero entstanden sind. Darunter zählt auch das "Night of the Living Dead" Remake von Romeros Weggefährte Tom Savini. Dort fungierte Romero als Writer, Supervisor und Produzen.
Zack Snyders ausgezeichnetes Remake zu Dawn of the Dead hingegen hat es nicht in das Ranking geschafft, da die Mitarbeit von George Romero hier sehr limitiert war. Entstanden ist eine Filmografie des Todes, die sich über mehrere Dekaden erstreckt.




7. Land of the Dead (2005)




Nach dem sensationellem Erfolg von Zack Snyders Dawn of the Dead Remake witterte Universal ein lukratives Geschäft. Mit Land of the Dead dachte man sich wohl folgendes: "Wenn ein Remake bereits so erfolgreich ist, wie erfolgreich wird dann der Film sein, wo George Romero persönlich die Regie übernimmt?" Die Antwort darauf erhielt man relativ schnell. Land of the Dead ist an den Kinokassen relativ deutlich untergegangen. Das Dawn of the Dead Momentum war verflogen und den Altmeister aus dem nicht ganz so freiwilligen Ruhestand zu holen erwies sich als nicht so lukrative Idee für das Studio. Dabei war Land of the Dead gesegnet mit einem Budget, wovon Romero bisher immer nur träumen könnte. Zusätzlich war Land of the Dead auch Romeros erster Zombie-Streifen, der mit einem R-Rating in die amerikanischen Kinos kam, etwas, wovor er sich immer gesträubt hat. Man versprach ihm jedoch, den Film für den Heimkinomarkt in einer Unrated-Fassung veröffentlichen zu dürfen. Und die sollte Land of the Dead durchaus gut tun. In Sachen Handlung wurde der Film sinnvoll erweitert, doch auch zusätzlicher Gore, der fürs R-Rating weichen musste, wurde in die Unrated-Fassung wieder eingefügt. Entstanden ist ein groß angelegtes Projekt, in das noch Ideen ihren Weg fanden, die Romero bereits für "Day of the Dead" plante. Auch schauspielerisch gewann man mit Simon Baker, John Leguizamo und sogar einem Dennis Hopper bekannte Namen. Mit dabei auch Asia Argento, der Tochter eines anderen Weggefährten Romeros, Dario Argento.

Auf dem Papier klingt hier durchaus alles nach Extraklasse. Das Endergebnis wirkt jedoch relativ ernüchternd. Oftmals wirkte es, als sei Romero mit dem großen Budget überfordert gewesen. Kein wunder für einen alternden Filmemacher, der immer wieder Budgetkürzungen hinnehmen musste. Land of the Dead ist bei weitem kein schlechter Film, er ist sogar ziemlich unterhaltsam. Doch haftet ihm nicht das an, was Romeros Filme vorher, aber auch danach immer ausmachte. Land of the Dead ist zugeschnitten für eine breite Masse. Der Plot und die Gesellschaftskritik sind dünn gehalten, die Charaktere bleiben äußerst Flach und berechnend im Verlauf des Films. Alles, was Zack Snyder mit seinem Dawn of the Dead Remake aufgebaut hat, wurde in Land of the Dead gegen verhältnismäßig einfache Unterhaltung eingetauscht. Snyders Remake lebte von einer ungeheuren Dichte und Spannung, der Altmeister hingegen war mit Land of the Dead nicht in der Lage, diese Essenz einzufangen. Stattdessen greift er das ein oder andere mal zu sehr auf alte Erfolgsrezepte zurück, die in Land of the Dead aber ungewohnt überflüssig wirken.



6. Survival of the Dead





Mit "Diary of the Dead" aus dem Jahr 2007 traf Romero den Zahn der Zeit. Wenn auch bei den Kritikern nicht gut angekommen, begrüßten seine Fans den Weg zurück zu einer eher kleineren Produktion. Survival of the Dead hingegen war vielleicht, nur zwei Jahre später, thematisch nicht die klügste Wahl, einen neuen Film zu präsentieren. Es sollte nicht nur Romeros letzter Zombie-Streifen werden, sondern gleichzeitig auch sein letzter Film überhaupt, rund 8 Jahre bevor er verstarb. Survival of the Dead kostete Romero die Leute, die in sein Schaffen investieren. Es war durchaus noch eine Zeit bevor Crowdfunding und Netflix zu unserem Alltag gehörten. Romero musste Studios noch auf altmodische art und weise von seinen Ideen überzeugen. Nach dem Misserfolg von Survival of the Dead nahmen die Studios jedoch Abstand.

Survival of the Dead ist der Film eines älteren Herrn über andere ältere Herrn, die auf einer Insel leben. Fälschlicherweise wird Survival of the Dead oftmals als Horror-Komödie betitelt, dies ist jedoch falsch. So melancholisch und bierernst wie Diary ist Survival durch seine eher lockere Atmosphäre und vieler Oneliner zwar nicht, aber die Lacher im Film halten sich doch arg in Grenzen. Survival of the Dead ist ein klassisches Spätwerk das weder das Genre revolutioniert, noch aber irgendeinen Schaden anrichtet. Es ist mal wieder eine interessante Studie von Romero in die menschlichen Abgründe. Das Setting rund um eine Insel, die von zwei rivalisierenden Familienclans beherrscht wird, ist interessanter, als es den Anschein macht. Was der Film verpasst, ist, einen richtigen Treffer zu landen. Zwar findet man hier wieder mehr Romero als in Land of the Dead, aber es haftet auch nicht sehr viel an Survival, was ihn relevant erscheinen lässt. An sich ist Survival of the Dead ein Film, der relativ kurzweilig ist und durchaus zu unterhalten weiß. Mit dem Wissen jedoch, dass es sich um George R. Romeros letzten Film handelt, hätten wir uns wohl alle gewünscht, dass ein großer Filmemacher sich mit einem großen Knall verabschiedet. Dies wird dem Film leider immer anhaften.




5. Dawn of the Dead (1978)




Romero Cut? Argento Cut? Oder doch lieber der Krekel Cut? Dawn of the Dead bietet für jeden etwas, doch die meisten Fassungen findet man sicherlich in Deutschland. Als ein in Zelluloid gebannter Albtraum für die deutschen Jugendschützer der damaligen Zeit, wurde Dawn of the Dead aka Zombie aka Zombies im Kaufhaus wohl zu einem der meist zensierten Filme in Deutschland. Bis heute noch bundesweit beschlagnahmt fristet er sein Dasein auf schummrigen Filmbörsen. Wer keine gekürzte Fassung oder ein Bootleg ergattern will, der muss hier auch weiterhin bei einer österreichischen oder anderen ausländischen Fassung zugreifen.


Dawn of the Dead ist, ohne Frage, Romeros wohl bekanntester Film zusammen mit Night of the Living Dead. Der Film erschien rund 10 Jahre nach dem Überraschungserfolg des Erstlings und führt die Geschichte mit neuen Charakteren auf einer wesentlich größeren Ebene fort. Mit David Emge und Kult-Darsteller Ken Foree in den Hauptrollen, spielt die Handlung diesmal nicht mehr in einem verlassenem Farmhaus sondern in einem Einkaufszentrum. Romero führt seine Gesellschaftskritik auf ein Maximum und hat ein schauriges Bild der Gesellschaft der 70er hinterlassen. Handwerklich brillant und doch aus heutiger Sicht ein wenig angestaubt was Präsentation und Lauflänge angeht. Hier kommt es wirklich drauf an, welche Schnittfassung man sich ansieht. So ist es   Dario Argentos Fassung, die den Film ein wenig an Balast nimmt, ihn mit einem Soundtrack der italienischen Band Goblin versieht und ihn etwas zugänglicher macht. In diesem Ranking wohl die kontroverseste Platzierung, besonders im Anbetracht der Tatsache, welcher Film hiernach folgt.



4. Diary of the Dead



Diary of the Dead war Romeros Rückkehr zu den Zombies nach Land of the Dead. Allerdings vom Budget her wieder in wesentlich kleineren Regionen angesiedelt und mit größtenteils unbekannten Schauspielern versehen. Zumindest macht dies den Anschein. In Wahrheit gibt es hier doch viele prominente Cameos von alten Weggefährten oder langjährigen Fans von Romero. Gastauftritte gibts hier in Form von Radiosprechern, deren Stimmen geliehen werden von Quentin Tarantino, Guillermo del Toro, Wes Craven, Stephen King, Simon Pegg und Tom Savini. Selbst Romero selbst ist hier in einem Cameo zu sehen. Diary of the Dead war auch, obwohl bei den Kritiken relativ durchwachsen aufgenommen, Romeros Rückkehr zu einer alten, fast vergessenen Stärke. In diesem relativ melancholisch angehauchtem Roadmovie, das chronologisch angesiedelt ist nach den Ereignissen in Night of the Living Dead, nimmt es Romero erstmals mit der modernen Generation auf. Der YouTube und Social Media Generation. Ein kleines bisschen war Romero 2007 mit seiner Filmidee dem Zeitgeist etwas voraus. Je mehr Jahre vergehen, desto relevanter scheint Diary of the Dead zu werden. Interessanterweise bestand die Idee, eine art Found Footage Film zu drehen, schon seit vielen Jahren in Romeros Kopf. Inwiefern die Umsetzung seinen alten Konzepten gleicht wird nun nicht mehr aufgeklärt werden, aber spielt nun auch sicherlich keine Rolle mehr.

Überraschend für mich selbst ist, wie frisch der Film sich auch jetzt noch anfühlt. Sein Low Budget Charakter erinnert wieder ein wenig an Night of the Living Dead. All das macht Diary of the Dead zu einem sehr ehrlichen Film. Auch wenn er in Romeros Zombie-Universum wohl nie eine sehr große Aufmerksamkeit erregen wird, so hat er durchaus seine Fans und somit seinen verdienten Platz im Ranking gefunden.



3. Night of the Living Dead (1968)




Alles hat einen Anfang, sogar ein ganzes Subgenre. Night of the Living Dead war ein überraschender Indie-Hit, der mit einem lächerlich geringem Budget auskam. So gering, dass in einer Zeit, wo unlängst in Farbe gedreht wurde, hier noch Schwarzweiß angewandt wurde. Teils als Stilmittel, größtenteils jedoch um kostengünstig drehen zu können. Natürlich ist das Schwarzweiß das Stilmittel, wieso dieser Film so verdammt gut funktioniert.Vom Aufbau her gleicht der Film einem Bühnenstück. Der Fokus liegt hier auf einer lauernden, unbekannten Furcht, die, so unglaublich es klingen mag, die Toten aus ihren Gräbern aufsteigen lässt. Eine genaue Erklärung über das "Wieso" bleibt uns Romero in eigentlich allen Filmen schuldig, doch genau das macht die Filme mitunter so ansprechend. In Night of the Living Dead könnte es die Strahlung eines Satelliten sein, die die Katastrophe ausgelöst hat. Im Tom Savinis Remake belächelt man diese Theorie eher. Die Ursprünge werden nie vollständig geklärt und es ist völlig in Ordnung so.

Night of the Living Dead hatte es nie einfach. Ein großer Faktor ist hier das Copyright, welches durch einen Fauxpas damals nicht unter dem Titel "Night of the Living Dead" registriert wurde, sondern unter einem anderen Titel. Seit seiner Veröffentlichung ist der Film somit Public Domain und frei zugänglich für nicht autorisierte Versionen. Weder die Farbfassung, noch die berüchtigte 30th. Anniversary Edition, die in Deutschland fälschlicherweise auf Liste B für jugendgefährdende Medien landete, sind autorisierte Versionen von Romero. Und ja, es gibt sogar Fassungen, wo der Soundtrack durch Techno oder Heavy Metal ausgetauscht wurde. In den letzten Jahren ist es um diese obskuren Versionen oder nicht autorisierten Remakes sehr ruhig geworden, aber da die Copyright-Lage anscheinend noch immer nicht geklärt ist, wird der Film wohl auch weiterhin vor solchen Fassungen nicht geschützt sein.

Technisch gesehen könnte Night of the Living Dead als C-Movie durchgehen. Die Dialoge wirken öfters sehr hölzern, die Kulissen improvisiert und es gibt visuelle Filmfehler wie Sand am Meer, die durch die hohen Auflösungen der heutigen Zeit noch wesentlich deutlicher werden. Aber all das macht den Charme dieses großartigen Werks aus. Anders als vielleicht bei Dawn of the Dead schadet das hohe Alter des Films der Präsentation weniger, lässt ihn noch kultiger erscheinen und macht ihn somit zu einem zeitlosen Klassiker.



2. Night of the Living Dead (1990), Regie: Tom Savini




Tom Savinis Spielfilmdebüt als Regisseur gilt heute mittlerweile beinahe als verschollener Film. Es ist, als würden wirklich nur noch die sehr eingefleischten Fans darüber bescheid wissen, dass zu Romeros Klassiker ein großartiges Remake existiert. In Farbe, mit wundervollen Effekten und einer alternativen Storyline. Romero schrieb für dieses Remake das Script und ließ Ideen mit einfließen, die es damals nicht ins Original geschafft haben. Barbara zur ultimativen Protagonistin zu machen war eine dieser verworfenen Ideen. Der Altmeister fungierte hier zusätzlich noch als einer der Produzenten und übernahm am Set die Rolle des Supervisor. Die Regie übernahm hier, für viele sehr überraschend, Special Effects Künstler Tom Savini. Savini grämte sich immer, nicht für die Effekte im Original verantwortlich gewesen zu sein. Romero arbeitete mit Savini bereits bei Dawn of the Dead und Day of the Dead zusamment und beförderte ihn bei diesem Remake sogar auf den Regiestuhl.

Die Rollen der Charaktere wurden, wenig überraschend, allesamt neu besetzt. Barbara wurde hier von Patricia Tallman, Ben von Tony Todd und Cooper von dem viel zu früh verstorbenen Tom Towles übernommen. Die Darsteller überzeugen und funktionieren allesamt. Film- und Logikfehler des Originals wurden größtenteils ausgebessert und der Umfang der Geschichte teilweise erweitert. Die Zombies sind bedrohlicher als je zuvor. Um dem Original zu huldigen, entschied man sich bereits vor Drehbeginn dafür, Blut und Splatter sehr gering zu halten. Die Effekte sind jedoch durchgehend aufwendig gehalten. Und dennoch mussten für das R-Rating einige Frames von der einen oder anderen Szene entfernt oder umgeschnitten werden. Diese Szenen findet man in einem Workprint wieder. Allerdings hält sich die Relevanz der Szenen stark in Grenzen.

Savini selbst beschreibt den Dreh als "Schlimmsten Albtraum". Eine menge Szenen konnte er nie realisieren und auch über die Anpassungen fürs R-Rating war er alles andere als begeistert. Oftmals, wenn Romero nicht am Set war, kämpfte er sogar damit, seine Contenance zu bewahren. Bei den Kritikern wurde der Film eher durchwachsen aufgenommen. Erst im Verlauf der Jahre gewann das Remake an Signifikanz und gilt auch heute als Kultfilm und eines der besten Remakes im Horrorgenre. Verdient, wie ich finde. Es ist das wunderbare Zusammenspiel einer menge Parteien. Von Perfektion ist auch dieses Remake weit entfernt, jedoch kann man darüber leicht hinwegsehen. Von Anfang bis zum Ende ein unglaublich kurzweiliger Film, der mit einem überraschend kontroversem Ende aufwartet und den Übergang zu Dawn of the Dead verständlicher macht. Ein Remake, welches hoffentlich in den kommenden Jahren auch mal wieder einer größeren Zielgruppe zugänglich gemacht wird. Besonders in Deutschland sollte einer Neuprüfung praktisch nichts mehr im Wege stehen, doch gab es erst 2017 wieder eine unnötige Folgeindizierung.



1. Day of the Dead (1985)



Day of the Dead hatte geringeres Glück als Night of the Living Dead und Dawn of the Dead und erhielt bereits zweimal ein unsäglich schlechtes Remake. Noch einmal verstärkt werden sämtliche Fehlversuche dadurch, dass George A. Romero hier einen unfassbar guten Film abgeliefert hat. Oft kopiert, besonders von den Italienern, doch eigentlich nie erreicht thront Day of the Dead an der Spitze der Zombiefilme. Alles, was Romeros Filme ausmacht, findet man in diesem Film. Für seine künstlerische Freiheit verzichtete Romero sogar auf die Hälfte des Bugdets und brachte den Film ungeprüft in die amerikanischen Kinos. Mit einem Einspielergebnis von über 34 Millionen Dollar weltweit ein voller Erfolg. Trotz seiner teils drastischen Gewaltdarstellungen im letzten Abschnitt des Filmes (auch hier war wieder Tom Savini mit seinem Team am Werk und ließ sie, wörtlich gesagt, durch die Hölle gehen), bleibt überraschenderweise nicht der Splatter in Erinnerung, sondern der Film als Gesamtwerk. Auch Day of the Dead gleicht einem Bühnenstück. Die erste Hälfte des Filmes sind wenig Zombies zu sehen und es ist die Isolation, die einen Großteil der Handlung bestimmt. Der Film baut sich langsam, aber nicht zäh auf und steuert von Minute zu Minute auf ein großartiges Finale zu.

Bedanken kann man sich für die überzeugende Aufführung bei den Schauspielern, die fast allesamt aus dem Bereich Theater stammen. Mit Lorie Cardille, die hier die Rolle der Sarah übernahm, wählte Romero erstmals eine weibliche Protagonistin (etwas, was er eigentlich schon für Night of the Living Dead vorgesehen hatte). Doch besonders die Auftritte von Terry Alexander, Joseph Pilato und Richard Liberty sind es, die für mich diesen Film besonders hervorheben.

Isolation, Wahnsinn und Verzweiflung in einer Zombie-Apokalypse. Zum Abschluss seiner ersten Trilogie ließ Romero nichts anbrennen und verabschiedete sich hier für viele Jahre mit einem Feuerwerk. Etwas, was man sich sicherlich auch bei Survival of the Dead gewünscht hätte. Doch die Zeiten waren halt andere damals, das Feuer in allen Beteiligten brannte mehr als je zuvor und gemeinsam wollte man erneut mit relativ einfachen Mitteln einen großartigen Film erschaffen. Und tatsächlich kann man hier sagen, man hat das Maximum aus dem Genre geholt und mit Day of the Dead einen fantastischen Film geschaffen.

Sonntag, 29. Oktober 2017

Top 10: Horror-Sequels



Wir nähern uns der Crunchtime zur Halloween-Nacht, die vermutlich auch bei uns mal wieder viele Filmfans und Familien zusammenbringen wird. Zeit, in letzter Sekunde noch sein eigenes Bier zu brauen und sich dem Netz mitzuteilen, wie zum Beispiel eine Top 10 für Horror-Sequels aussehen könnte. In dieser Aufzählung (von 10 abwärts) zähle ich nicht die "Besten Horror-Sequels" aller Zeiten auf, da so etwas, ganz realistisch betrachtet, kaum machbar ist bei der Menge an Filmen, dafür aber Filme, die mich auf eine spezielle weise auf lange Sicht begeistert haben.

Altmeister Wes Craven hat uns unzählige male die Regeln der Fortsetzung eines Horrorfilms erklärt. Mehr Blut, mehr Opfer und neue Twists. Meistens klappt die Regel noch ganz gut bei einer direkten Fortsetzung, alles darüber hinaus wird aber bereits problematisch, besonders, wenn ein Horror-Franchise mehr als 5 Filme vorzuweisen hat. Dennoch gibt es immer mal wieder im blutrünstigem Genre diverse Ausreißer, die den Karren aus dem Dreck fahren nachdem Studio und Produzenten eine bekannte Reihe gegen die Wand gefahren haben.

In dieser Aufzählung haben zahlreiche Horrorikonen ihren Platz gefunden. Regeln gibt es dennoch zu beachten. Nur 1 Film pro Franchise, keine Reboots/Remakes sofern es nicht die Fortsetzung eines solchen Projektes ist (Prequels hingegen sind ein Sonderfall). Zusätzlich müsste ich noch anmerken, auf das Alien-Franchise werde ich hier nicht eingehen, auch wenn die Filme Horrorelemente enthalten. Ebenfalls abwesend ist Romeros "Dawn of the Dead", der leider nicht mehr lebhaft genug in meiner Erinnerung ist, um ihn einwandfrei zuordnen zu können.

Sind alle vorgewarnt? Dann kanns doch losgehen. Wer besonders mutig ist, kann sich beim lesen in gedämpfter Atmosphäre den Kinderreim aus "Mörderische Träume" antun <(*.*<)







10.
Hellraiser: Hellseeker aka Hellraiser VI
Jahr: 2002, USA
Regie: Rick Bota



Wenn man Hellraiser mit in seine Aufzählung nimmt und es dann auch noch um nennenswerte Fortsetzungen geht, so würde jeder Fan der Reihe wohl "Hellbound" schreien. Tatsächlich ist Hellbound: Hellraiser II eine großartige Fortsetzung. Genau das ist auch das Problem, die erste Hellraiser Fortsetzung hat den anderen Ablegern komplett (zurecht) die Show gestohlen. Was aber nicht bedeutet, dass das Franchise an Bedeutungslosigkeit verloren hat. Miramax hat die Serie erst mit Teil 7 in die Abgründe der Hölle manövriert.
Hellseeker war eine Auftragsarbeit. Das Studio kaufte fertige Scripte, die zu einem neuen Hellraiser-Ableger passen könnten. Nach Inferno (Teil 5) blieb man dieser Linie treu. Man wählte ein passendes Script aus und fügte Charaktere aus dem Hellraiser-Universum ein. Dabei ist jedoch ein recht interessanter Film entstanden. Nicht nur bringen die Macher hier Kristy Cotton, die Protagonistin aus den ersten beiden Filmen, zurück, auch die Zenobiten rund um Pinhead und seiner Höllen-Entourage nehmen wieder einen wesentlich kleineren Part im Film ein. Blut und Splatter wird gut dosiert auf  wenig ausgewählte Szenen verteilt. Viel mehr legt der Film jedoch wert auf Mystery-Elemente und Suspense. Der finale Twist am Ende des Filmes ist gelungen und macht Hellseeker zu dem wohl ungewöhnlichsten, aber auch (bis dato) letzten sehenswerten Ableger der Reihe.



09.
Halloween II (Remake-Timeline)
Jahr: 2009, USA
Regie: Rob Zombie




Für die Puristen der Horror-Ikone eindeutig der traurige Tiefpunkt einer einst legendären Horrorreihe, die, rückblickend betrachtet, jedoch nicht wirklich viel zu bieten hatte was Fortsetzungen angeht. Zombies Halloween II hat sich in meiner Liste knapp vor der Original Fortsetzung aus dem Jahr 1981 durchgesetzt. Die Fortsetzung des Remakes aus dem Jahr 2007 (ebenfalls von Zombie) ist, genauer betrachtet, ein Leckerbissen für Freunde von Exploitation. Diese Fortsetzung ist so eigenständig und exotisch, nur die wenigsten Fans des Franchise konnten mit dem Film etwas anfangen. Im Kino ging Rob Zombies Fortsetzung sang und klanglos unter Buhrufen unter. Der hohe Anteil an Gewalt und Splatter, sowie aber auch einige kontroverse Thematiken waren für die meisten Zuschauer kaum zumutbar und ernteten dem Regisseur viel Kritik ein, dem es letztendlich aber auch egal sein konnte, denn bereits im Vorfeld verkündete Rob Zombie, keinen weiteren Halloween Film mehr drehen zu wollen. Fürs Heimkino gab es einen noch härteren Director's Cut der dem Film aber auch mehr Handlung und ein neues Ende spendierte. Zombies Halloween II ist vermutlich genau der richtige Film für einen Filmabend an Halloween, allerdings wohl aber am wenigsten geeignet für Fans des Franchise.



08. 
Texas Chainsaw Massacre 2
Jahr: 1986, USA
Regie: Tobe Hooper




Der ganze Wahnsinn dieses Films wird einem wohl erst bewusst, nachdem der Abspann gelaufen ist. Nach dem großen Erfolg von Tobe Hoopers Indie-Horrorfilm "The Texas Chainsaw Massacre" folgte mehr als 12 Jahre später eine Fortsetzung des Exploitationsfilmes aus den 70ern. Das Endergebnis der Fortsetzung war  schließlich noch mehr Exploitation, mehr Budget und ein Dennis Hopper, der, glaubt man den Produzenten, manchmal nicht einmal wusste, in welchem Film er gerade mitspielte. Hoppers miserable Performance verlieh dieser Fortsetzung einen etwas ungewollten Trash-Faktor, was aber kaum ins Gewicht viel. War der Vorgänger noch ein bierernster Horrorfilm, so reichten sich in der Fortsetzung wie bei Evil Dead II Horror und Comedy die Hände. Für zartbesaitete ist aber auch dieser Film nichts, denn besonders gegen Ende geht es ziemlich heiß her. Eine Fortsetzung, um die vermutlich niemand gebeten hatte und wahscehinlich dies der Grund dafür war, wieso sie sich so dermaßen vom Original unterschied. Sehenswert ist Texas Chainsaw Massacre 2 aber allemal und in Deutschland nach vielen Jahren endlich wieder für volljährige frei zugänglich.



07. 
Ring 0
Jahr: 2000, Japan
Regie: Norio Tsuruta




Waren die US-Amerikanischen Fortsetzungen zum Ring Remake eine einzige Katastrophe, so konnten sich die Fortsetzungen der japanischen Filme mehr als sehen lassen. Während man eine Bruchlandung hinnehmen musste, als man sich direkt daran machte, Material von Koji Suzuki zu verfilmen (und damit bereits im Science-Fiction Genre angelangt war), so war Ring 2 eine direkte, eigenständige Fortsetzung des ersten Filmes (der bereits relativ freizügig auf Suzukis Roman basierte). Zugegeben, die Fortsetzung war eigentlich ausschließlich war für Leute, die das Original kannten, denn es wurden fast nur offene Fragen aus dem Vorgänger aufgegriffen. Die ruhige, bodenständige Fortführung der Handlung wusste jedoch zu überzeugen.
Ring 0 aus dem Jahr 2000 ist, streng genommen, kein Sequel sondern ein Prequel, welches vor den eigentlichen Ereignissen der Haupthandlung spielt, dennoch habe ich ich mich dazu entschlossen, den Film dieser Liste hinzuzufügen.
Ring 0 basiert auf Koji Suuzkis Kurzgeschichte "Lemonheart", die die tragische Geschichte des Geistermädchens (wie sie zu diesem wurde) Sadako beschreibt. Die Verfilmung von Norio Tsuruta degradiert den Horror ein wenig, dafür sind die Charaktere jedoch wunderbar ausgearbeitet. Etwas mehr Drama als Horror, macht dieses ruhige Prequel dafür aber umso mehr richtig in den Aspekten, wo es drauf ankommt. Durchaus ein Film, der vielleicht mehr Sinn macht für Filmfreunde, die vorhaben, die gesamte Reihe noch einmal oder gar erstmals zu schauen.



06. 
Scream 4
Jahr: 2011, USA
Regie: Wes Craven




Wes Cravens letzter großer Film sollte das Ende der Saga rund um Sidney Prescott einläuten. Und genau dies ist dem Retter des Horrorgenre der 80er und 90er auch gelungen. Wollte Scream 2 zu sehr die Fortsetzung der Fortsetzungen sein und scheiterte dabei, indem Craven und Williamson einfach in größerem Stil Teil 1 kopierten, so driftete man mit Scream 3 sogar den Fluss Absurdum ab. Ganze 11 Jahre dauerte es, bis Scream 4 es in die Kinos schaffte und das bis dato relativ ausgestorbene Slasher-Genre wieder aufleben lies. Dabei spielen Craven und Williamson in diesem Film mehr als zuvor auf der Meta-Ebene und führen die Zuschauer an der Nase herum. Zentrale Themen wie soziale Netzwerke und Smartphones spielen eine wichtige Rolle, der Twist am Ende dürfte selbst Fans der Reihe überrascht haben. In allen Belangen eine erfrischende Fortsetzung, die lange genug auf sich warten ließ, um wieder aktuell sein zu können. Am Ende zahlte sich für alle Beteiligten das Unterfangen nicht sonderlich aus, aber über die Jahre hinweg wird man sich wohl durchaus positiv an Scream 4 erinnern.



05. 
Saw II
Jahr: 2005, USA
Regie: Darren Lynn Bousman



Eine Fortsetzung zu Saw aus dem Jahr 2004 war vermutlich unausweichlich. Rückblickend hat sich Saw in den vergangen über 10 Jahren zu einem Klassiker des Genre gemacht, was so natürlich nie abzusehen war. Die vielen Fortsetzungen haben bei dem Original keinen all zu großen Schaden angerichtet. Saw II war die logische Fortsetzung, leitete aber gleichzeitig auch den Niedergang der Reihe ein. Als Fortsetzung macht Saw II aber zumindest all das richtig, wo zum Beispiel Scream 2 zu viel damals wollte. Teil 1 zu kopieren war hier keine Option. Man musste stattdessen die Stärken des Vorgängers (der Twist also) mit den Regeln der Fortsetzung koppeln. Mehr Blut, mehr Opfer, neue Twists. In der blutrünstigen Fortsetzung setzte Darren Lynn Bousman Jigsaws Vermächtnis fort. Bousman löste James Wan vom Regiestuhl ab, Leigh Whannell war aber noch immer mitverantwortlich für das Drehbuch, weshalb man zumindest auf dieser Position eine fachgerechte Fortsetzung der Ereignisse erwarten durfte. Somit dürfte Saw II bei vielen als wohl sehr brauchbare Fortsetzung in Erinnerung geblieben sein. Leider läutete der Film auch einen düsteren Trend für die weiteren Fortsetzungen ein, die den Begriff "Folterpornos" in der Filmlandschaft etablierten. So lange an Bousman als Regisseur festzuhalten tat der Reihe sicherlich nicht gut, wobei die Reihe es uns schuldig geblieben ist, einen Rohrkrepierer der Güteklasse A vorzulegen.



04. 
Freddy's New Nightmare
Jahr: 1994, USA
Regie: Wes Craven




Es war gar nicht so einfach, sich für eine der Nightmare-Fortsetzungen zu entscheiden. So spielte selbst der bis heute von Fans und Wes Craven persönlich verschmähte zweite Teile eine Rolle bei meiner Entscheidung. Auch Nightmare 3 (Dream Warriors) war hier selbstverständlich eine Option. Besonders waren es aber Nightmare Teil 5 und Teil 6, die die Reihe unweigerlich nach unten zogen. Das größte Problem der Filme war Freddy Krüger zu einer Comedy-Figur zu machen. Freddy Krüger war bekannt für seine Oneliner, ihn aber zu einem wandelnden Joke zu machen war nie die Intention dieser Figur. Die Serie hatte ihren "Ernst" verloren. Freddy Krüger ist nicht der Kumpeltyp, mit dem man gerne abhängen möchte. Dieser Kerl war zu Lebzeiten ein Kinderschänder und im Tod suchte sein ruheloser Geist die Kinder seiner Mörder heim und sorgte für Angst und Schrecken. Genau diese zentralen Elemente benutzte Wes Craven in dieser finalen Fortsetzung, die Freddy Krüger nicht nur in den Träumen weiterleben ließ, sondern auch in der realen Welt. Wie schon Scream, so spielt Freddy's New Nightmare auf einer Meta-Ebene. Die Charaktere spielen größtenteils sich selbst und dem Zuschauer wird klipp und klar deutlich gemacht, dass es sich bei den Vorgängern um Filme handelte, die jetzigen Ereignisse aber in der Realität spielen. Craven verzichtete auf den Humor und lieferte hier einen ernsten Slasher ab. Eine intelligente und gelungene Fortsetzung.



03. 
The Devil's Rejects
Jahr: 2005, USA
Regie: Rob Zombie



Genau wie bei Halloween 2 verkündete Rob Zombie bereits im Vorfeld, bei diesem Film würde es sich um das Ende dieser bizarren Familiensaga handeln. The Devil's Rejects ist die Fortsetzung eines, bestenfalls, mittelklassigen Horrorfilms. "Das Haus der 1000 Leichen" war Zombies Spielfilm-Debüt als Regisseur und in Anbetracht dieser Tatsache hat der Film sogar eine menge richtig gemacht. Hillbilly-Terror gepaart mit Exploitation und ein unerwarteter Showdown machten Zombies Erstling zu einem brauchbaren Film, den man im Vorfeld sicherlich nicht von ihm erwartete hätte. The Devil's Rejects hingegen spielt in einer komplett anderen Liga. Erneut setzt uns Zombie diese unsympathische, mörderische Familie in einer art Horror-Roadmovie vor, die aber unerwartet emotionale Wendungen nimmt, so kurios es klingen mag. Gepaart mit einem großartigen Soundtrack schickt Zombie die Familie Firefly auf eine unangenehme Tour de force. Sämtliche Horrorelemente laufen eher auf Sparflamme, dafür steht der Terror ganz oben. Von sämtlichen surrealen Elementen verabschiedete Zombie sich spätestens bei der Post-Production (darunter eine berüchtigte Szene mit Dr. Satan). Das schmälert jedoch nicht im geringsten den Unterhaltungswert des Filmes. The Devil's Rejects ist einer der wenigen Fälle im Genre, wo die Fortsetzung das Original übertrifft.



02. 
Ju-on 2 (The Grudge 2, Japan-Timeline)
Jahr: 2003, Japan
Regie: Takashi Shimizu



Ich muss mich schuldig bekennen, ich fand den amerikanischen "The Grudge 2" relativ sehenswert. Was auch daran liegen könnte, bei beiden amerikanischen Remakes hat Schöpfer Takashi Shimizu Regie geführt. Das Remake-Sequel war ein Mix aus den japanischen TV- und Kinofilmen und für das westliche Publikum weich gespült, watete dafür aber mit einem überraschend pessimistischem Ende auf. Auf einer komplett anderen Qualitätsebene (wenn auch nicht in Sachen Budget) verhält es sich da aber mit der japanischen Fortsetzung zur Ju-on Saga von Takashi Shimizu, die in Japan als Reihe von TV-Filmen begann. Auch Ju-on 2 ist eine der wenigen Fortsetzungen, die den Erstling noch einmal übertreffen. Die nicht lineare Erzählweise der einzelnen Episoden erschweren das Verständnis des Filmes auf eine positive weise. Angemerkt muss aber auch werden, die Episoden sind eng mit den Vorkommnissen der Ereignisse aus dem ersten Teil verknüpft. Für Leute, die Teil 1 nicht gesehen haben kann dieser von mir erwähnte positive Effekt daher als das komplette Gegenteil wahrgenommen werden. Die durchaus komplexe Fortsetzung ist ein waschechter Horrorfilm, wie er nur aus Japan kommen kann. Am Ende schließt sich ein blutrünstiger Kreis und offenbart noch ein bisschen weniger Hoffnung als das bereits angesprochene US-Sequel. Ju-on 2 ist ein moderner Klassiker des Genre, der in den vergangenen Jahren etwas in der Versenkung verschwunden ist (was auch an fehlender HD-Veröffentlichung liegt) und heute beinahe schon wieder als Geheimtipp gilt.




01. 
Evil Dead II
Jahr: 1987, USA
Regie: Sam Raimi





Sequel/Reboot/Remake, Evil Dead 2 ist alles zusammen. Auf dem Papier ist Evil Dead II natürlich eine waschechte Fortsetzung, aufgrund eines langen Rechtsstreites mit der Produktionsfirma war Sam Raimi für die Fortsetzung dazu gezwungen, diverse Änderungen vorzunehmen. Somit musste auch die Geschichte in den Rückblenden ein wenig anders erzählt werden, als wir sie kennen. Am Ende jedoch spielt all das keine Rolle mehr, weil ja doch niemand mehr danach fragt, sobald der Abspann läuft. War Teil 1 noch ernster Splatter, so schickte Sam Raimi Ash Williams noch einmal in die Horrorhütte, doch diesmal sollte alles anders kommen. Evil Dead II ist eine wahnwitzige Fortsetzung die alles anders macht als das Original und daher kaum noch mit dem Vorgänger verglichen werden kann. Ein Film, wie er vermutlich nur in den 80ern entstehen konnte und oft kopiert wurde, jedoch in all seiner Verrücktheit einzigartig bleibt. Evil Dead II als reine Horrorkomödie zu bezeichnen ist übrigens auch nicht korrekt. Es ist besser, man nimmt den Film genau so, wie er ist und ordnet ihn nicht in Unterkategorien unter. Befolgt man diese Regeln, erwartet einen hier auch heute noch eine der originellsten Fortsetzungen im Horrorgenre.

Dienstag, 13. Oktober 2015

Top 10: Die schlechtesten Sequels



Obwohl es nicht komplett unverdient wäre, im starken Kontrast zu meinem Roger Moore als Clown-Bond Titelbild, er selbst wird keinen Auftritt in dieser Liste haben.
Stattdessen will ich mich bei meiner neusten Top 10 mit, bis auf wenigen Ausnahmen, auf neuere Sequels (Fortsetzungen) fokussieren.

Doch wie sehen die Regeln aus, um einen dieser wenig begehrten Plätze zu bekommen?
Qualifiziert sind praktisch so ziemlich alle Filmreihen. Kein Heiligtum ist sicher. Ein weiteres Kriterium ist, ich muss die Filme gesehen haben und kann nicht einfach, auch wenn ich gerne würde, Transformers mit in diese Liste aufnehmen (3 Anläufe brauchte ich für Teil 1, nicht einmal habe ich es geschafft, bis zum Abspann zu durchzuhalten). Eine weitere Regel: Nur 1 Film pro Franchise.
Zusätzlich ausgenommen von dieser Liste sind alle Horror-Slasher Reihen wie Texas Chainsaw Massacre, Freitag der 13. oder Halloween, bei denen ich unlängst die Übersicht verloren habe. Auch Saw werde ich keinerlei Beachtung schenken, da ich mich nicht für einen einzigen Film entscheiden könnte (betrachtet alles nach Teil 2 in einer eigenen Liga der schlechten Fortsetzungen).

Bevor ihr euch nun auf meine Top 10 stürzt: Falls ihr nach "Der Pate 3", "Speed 2: Cruise Control" oder aber auch "Book of Shadows: Blair Witch 2" sucht, muss ich euch bereits in diesem Absatz enttäuschen, sie sind nämlich nicht dabei :)



Top 10: Die schlechtesten Sequels



10.
Mad Max III - Jenseits der Donnerkuppel
Australien 1985
Regie: George Miller
Darsteller: Mel Gibson, Tina Turner







Wer Mad Max III noch nicht gesehen haben sollte nach all den Jahren, und sich fragt, was sich hinter der Donnerkuppel befindet, dem kann ich zumindest verraten, was sich nicht dahinter befindet: Ein guter Film und ein würdiger Abschluss einer Trilogie. Zugegeben, Mad Max III hat es von allen Vertretern in dieser Liste noch am wenigsten verdient, dabei zu sein. Trotzdem, oder gerade deshalb, ist der Film dabei, weil er so selten bei solchen Aufzählungen zu finden ist.
Das größer Problem von Mad Max III ist nicht einmal der Wechsel zum amerikanischen PG-13 Rating und den Einbußen vieler schnörkelloser Härten, wie man sie aus den beiden Vorgängern kennt. Ein viel größeres Problem ist der lahme Plot und die fehlenden Höhepunkte. So ganz werde ich es nicht nachvollziehen können, was sich George Miller da gedacht hat. Weder ein guter Mel Gibson, noch eine sehr gute Tina Turner konnten das Ruder rumreißen. Was am Ende bleibt, ist ein mehr als brauchbarer Titelsong und der Gedanke daran, rund 30 Jahre später hat George Miller seinen Fehler wieder ausgebügelt.


9.
The Hangover Part III
USA 2013
Regie: Todd Philipps
Darsteller: Bradley Cooper, Ed Helms, Zach Galifianakis 







Beinahe hätte es Mel Gibson zum zweiten mal in diese Liste geschafft (gut, dass er sein Engagement in Hangover Part III absagte und Filme wie Machete Kills und Expandables 3 nur knapp vorbeigerauscht sind ).
Während ich Part II der Hangover Trilogie noch recht amüsant fand und auch der Meinung war, da gab es noch einige recht gute, niveaulose Gags, so war die Luft bei Part III dann aber komplett raus. Ein Hangover Film ohne Hangover, dafür aber mit umso mehr Alan und Mr. Chow. Die zwei Publikumslieblinge aus den beiden Vorgängern wurden nun endgültig zur den nervenden Ulknudeln, die mit lahmen und völlig überzogenen Gags Hangover Part III zu einer wahren Geduldsprobe machten. Es sind durchaus Bemühungen zu sehen, dass Regisseur Todd Philipps alles zu einem runden Ende verpacken wollte, allerdings steht dem Film dabei das hanebüchene Script und die eigenen Charaktere im Wege. Hangover Part III ist ein überflüssiges Sequel, ein überflüssiger Abschluss einer Trilogie und letztendlich auch ein überflüssiger Film.



8.
Toy Story 3
USA 2010
Regie: Lee Unkrich
Sprecher: Tom Hanks, Tim Allen, Joan Cusack






Toy Story 3 ist bestimmt der Film, den man am wenigsten erwartet, wenn man sich eine Liste zu den schlechtesten Sequels anschaut. Und doch ergatterte sich der Animationsfilm von Pixar Platz 8. Die Gründe hierzu kann ich einfach erklären. Toy Story hatte weder einen zweiten Teil nötig und schon gar keinen dritten. Toy Story hatte 1995 als einer der ersten 3D animierten Zeichentrickfilme Geschichte geschrieben. Die Story war interessant für Jung und Alt (danke, Joss Whedon) und selbst die Technik kann sich auch heute noch sehen lassen. Bereits bei Teil 2 hatte man sich irgendwie verirrt und es war den Machern nicht gelungen, eine originelle Story abzuliefern. Trotzdem kann auch Toy Story 2 noch anständig unterhalten, wenn auch längst nicht mehr so einzigartig charmant wie sein Vorgänger. Toy Story 3 setzt mit der Ideenlosigkeit fort, setzt aber auch noch einmal einen drauf in Sachen erzwungene Dramatik und einem völlig ausgelutschtem "Wir alle werden einmal erwachsen" Plot. In der deutschen Synchronfassung kann man dann auch noch einmal die Keule schwingen, wie man bloß einen so untalentierten Sprecher wie Michael "Bully" Herbig engagieren konnte, der in Toy Story 3 den bereits damals gesundheitlich gezeichneten Peer Augustinski beerbte und die Rolle des Woody übernahm. Toy Story 3 ist in vielen Belangen überflüssig. Mittlerweile wurde für das Jahr 2017 eine weitere Fortsetzung angekündigt. Für Pixar vielleicht die große Gelegenheit, mit dem Ruhm vergangener Tage dieses Franchise abzuschließen und etwas völlig neues zu präsentieren.


7.
Star Wars Episode II: Angriff der Klonkrieger
USA 2002
Reige: George Lucas
Darsteller: Ewan McGregor, Hayden Christensen, Natalie Portman






Laut Star Wars Maestro George Lucas sind die Filme Episode I-III seine ultimative Vision von Star Wars. Eine kontroverse Aussage. Wenn man Lucas glaubt, befindet sich in den Filmen alles, was er damals nicht hätte umsetzen können. Das ist ja schon ein ganz schönes Brett, genau wie der Fakt, Episode II ist komplett digital entstanden. Die Darsteller werden also bis auf grüne oder blaue Hintergründe in einem Studio nichts gesehen haben, was nur annähernd einem echten Set gleichkommen würde. So sieht die Vision von George Lucas aus. Das Problem nur, was Ende der 90er mit Episode I noch passabel aussah, sieht 2015 aus wie ein billiges Computerspiel. Episode I-III sind technisch fürchterlich schlecht gealtert. Das gleiche gilt aber auch für den Inhalt, dieser wurde wiederum aber auch schon zu Zeiten der jeweiligen Veröffentlichung der Filme stark kritisiert. Mit oder ohne Nostalgie-Brille zu der Original-Trilogie, Episode II ist noch einmal schlechter und planloser geschrieben als sein Vorgänger. Dazu kommt dann auch noch einmal eine riesige Portion Schmalz, der sich mit einer ekelhaft kitschigen Lovestory vermischt. Das Gesamtergebnis dieser brandgefährlichen Mischung ist für sich gesehen ein lahmer Science-Fiction Film mit einigen Star Wars Elementen. Denn bei all den Widersprüchen, die Lucas selbst in sein eigenes Script eingebaut hat, muss man sich als Filmfan wirklich fragen, ob nicht sogar ein Klon des großen Zampano für diesen Film verantwortlich war.


6.
Scream 3
USA 2000
Regie: Wes Craven
Darsteller: Neve Campbell, David Arquette, Courteney Cox Arquette







Der erst kürzlich verstorbene Horror-Altmeister Wes Craven hat sich mit Scream 2 und Scream 3 keinen großen Gefallen getan. Während Teil 1 das Slasher-Genre noch einmal revolutionierte und einen beeindruckenden Spagat zwischen Horror, Comedy und Hommage hinlegte, waren beide Fortsetzungen nur noch zwei kleine Abziehbilder des Originals. Während Teil 2 noch halbwegs unterhaltsam den Vorgänger kopierte und die Story um Sidney Prescott hätte abschließen können, driftete Teil 3 mit einer nahezu absurden Geschichte und fragwürdigen Darstellern (Patrick Dempsey als inkompetenter Detective vom LAPD mit einbezogen) ab in dem Sumpf der Fortsetzungen, die besser nie realisiert worden wären. Die Opfer im Film sind austauschbar und waren nichts weiter als nötiges Kanonenfutter. Ein Aspekt, über den man hinweg sehen könnte wenn Scream 3 sich nicht auf so unlustige weise selbst veralbern würde. Ein Film, den man getrost überspringen kann und problemlos nach Teil 2 mit Scream 4 fortfahren kann. In Wes Cravens letztem großen Kinofilm besinnte er sich noch einmal auf die Stärken, die das Original ausmachten (auch wenn Scream 1 konkurrenzlos bleibt).


5.
Terminator 3 - Rebellion der Maschinen
USA 2004
Regie: Jonathan Mostow
Darsteller: Arnold Schwarzenegger, Nick Stahl, Claire Danes







Während Terminator - Die Erlösung schon ausführliche Aufmerksamkeit von mir erhalten hat, hätte ich es ungerecht gefunden, Terminator 3 - Rebellion der Maschinen, einfach ungeschoren davonkommen zu lassen. Einen Platz hätten sie beide hier verdient, aber da nur eine schlechte Fortsetzung pro Franchise erlaubt ist, geht der Platz an Terminator 3. Als 2004 die lang ersehnte Fortsetzung erschien, war die Ernüchterung riesig. Wenig überzeugende Darsteller (selbst Arnie konnte nur gering überzeugen und allen voran Claire Dankes in der wohl überflüssigsten weiblichen Hauptrolle, die ich vermutlich je bestaunen durfte), eine schwache Fortführung der Story und völlig überflüssiger Humor (fast schon Slapstick) sorgten dafür, dass die Verantwortlichen für diesen Film sich selbst von diesem Machwerk, was unter der Regie von Jonathan Mostow entstanden ist, distanzieren. Vermutlich wäre selbst unter der Regie von James Cameron kein Film entstanden, der den beiden Vorgängern hätte gefährlich werden können, aber zumindest hätte man vermutlich einen würdevollen Abschluss einer Trilogie erwarten können. Und da soll noch mal jemand sagen, Terminator Genisys hätte nicht viel richtig gemacht.



4.
Battle Royale II: Requiem
Japan 2003
Regie: Kenta Fukasaku, Kinji Fukasaku
Darsteller: Tatsuya Fujiwara, Ai Maeda, Riki Tekeuchi






Battle Royale II: Requiem ist eine Fortsetzung, um die weder jemand gebeten hat, noch die jemals hätten entstehen dürfen. Ohne Frage, Battle Royale von Kinji Fukasaku gehört mitunter zu den vermutlich bedeutendsten Filmen, die nach der Jahrtausendwende entstanden sind. Kinji Kukasaku benutzte für die Verfilmung zwar die Romanvorlage von Koushun Takami, kreierte aber dennoch etwas völlig eigenständiges aus dem Material. Eine Fortsetzung, die es gar nicht gebraucht hätte, plante der gestandene japanische Filmemacher aber dennoch. Allerdings kam alles ein wenig unerwartet, denn noch während der Dreharbeiten zu Battle Royale II verstarb Kinji Fukasaku 2003 an Prostatakrebs und konnte nur eine einzige Szene abdrehen. Die schwere Bürde, den Film zu übernehmen, übernahm sein Sohn Kenta, der bereits das Screenplay zu Teil 1 schrieb.
Wie viel Kinji Fukasaku in Battle Royale II: Requiem steckt, werden wir wohl nicht mehr erfahren. In allem, wofür das grandiose Original stand, will die Fortsetzung einen draufsetzen, scheitert dabei aber in so ziemlich allen Belangen. Stattdessen zieht man die wunderbar abgeschlossene Geschichte des ersten Teils gleich mit ins Verderben, da Battle Royale II eine direkte Fortsetzung ist. Und auch diesen Survival Horror Aspekt, der ein wenig an "Der Herr der Fliegen" erinnert, wurde durch ein sinnloses Splatterfest ersetzt. Darstellerisch gibt es mit dem kleinen Auftritt von Takeshi Kitano nur einen der wenigen Lichtblicke, sein Ersatz, Riki Takeuchi, überschätzte stattdessen seine schauspielerischen Fähigkeiten erheblich. Egal, wie viel man über Battle Royale II: Requiem, noch schreibt, an dieser Fortsetzung kann man nichts schönreden und das einzige, was uns bleibt, ist, dieses Machwerk für immer zu vergessen. Kinji Fukasaku hat sich unlängst ein Denkmal in der japanischen Filmwelt gesetzt und kann auf diese Fortsetzung, die ihm gewidmet ist, getrost verzichten.



3.
Exorzist II: Der Ketzer
USA 1977
Regie: John Boorman
Darsteller: Linda Blair, Louise Fletcher, Richard Burton




Exorzist II: Der Ketzer ist eine weitere Fortsetzung, die genau so wenig wie Battle Royale II je hätten entstehen dürfen. Aber natürlich wollte man mit einem der kontroversesten Horrorfilme seiner Zeit noch ein paar Dollar abkassieren. Entstanden ist nicht eine der schlechtesten Fortsetzungen der Filmgeschichte, sondern eindeutig auch einer der schlechtesten Filme der Filmgeschichte. Bereits das Desaster bei der Produktion ist ein Indiz dafür, bei dem Dreh zu diesem Film lief einfach nichts rund. Entstanden ist ein billiges Filmchen, was verzweifelt versucht, eine Geschichte aufzubauen, die nach dem Vorgänger spielen könnte. Genau wie beim Terminator Franchise wandten sich die Verantwortlichen schnell von sämtlichen Fortsetzungen ab (in diesem Falle William Peter Blatty und William Friedkin, die sich anschließend noch nach der Premiere über diese Fortsetzung öffentlich lustig machten). Geplant war von vornherein ein Low Budget Werk, welches durch die chaotische Produktion sogar noch einmal federn lassen musste. Für Hauptdarstellerin Linda Blair war der Film bereits das Ende ihrer turbulenten Karriere. Kritiker vaporisierten den Film förmlich und die Einzelteile davon landeten in den Kinokassen, in deren Leere sich die Qualität dieser Fortsetzung wiederspiegelte. Zwar bekleckerten sich auch die weiteren Exorzist Fortsetzungen nicht mehr mit Ruhm, keine sollte aber auch nur ansatzweise an dem Niveau von Exorzist II ansiedeln.


2.
Stirb langsam - Ein guter Tag zum sterben
USA 2013
Regie: John Moore
Darsteller: Bruce Willis, Jai Courtney, Sebastian Koch






Die letzten beiden Filme waren Fortsetzungen, die es nicht hätte geben dürfen. Mit Stirb Langsam haben wir es mit einer kompletten Reihe zu tun, die es unlängst nicht mehr geben dürfte.
Bereits John McClanes PG-13 Abenteuer, Stirb langsam 4.0 (oder "Live Free or Die Hard), war ein semi gescheiterter Versuch, das "Die Hard Universum" ins neue Jahrtausend zu befördern. Und dennoch hatte Len "Blaufilter" Wiseman eine art Konzept, so viel konnte man ihm nicht absprechen.
Überraschenderweise war Stirb langsam 4.0 ein Erfolg, an den Kinokassen (trotz PG-13 Rating reichte es nur für Platz 2 beim Box Office, stellte aber doch sämtliche Startrekorde des Franchise ein) und teilweise auch bei den Fans. Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten. Unumstritten dürfte dafür jedoch die Qualität beim fünften Ableger der Reihe handeln. Stirb langsam - Ein guter Tag zum sterben dürfte nämlich der absolute Tiefpunkt dieser einst glorreichen 80er Action sein. Zwar besinnte sich 20th Century Fox dem Film sein R-Rating zurückzugeben, dies hält den Film aber nicht davon ab, eine absolute Gurke zu sein. Angefangen beim tristen, langweiligen Schauplatz rund um das graue Moskau, bis hin zur Inszenierung. Aber was soll man auch von einem Regisseur erwarten, auf dessen Konto das furchtbare Omen Remake und die nicht minder genau so schlechte Max Payne Verfilmung geht? Wer immer dafür verantwortlich war, einen so unbegabten Filmemacher wie John Moore zu engagieren, muss entweder heimlich im Sinn gehabt haben, das Franchise zu sabotieren oder aber war völlig betrunken. Vielleicht auch beides. Das Endergebnis ist der bereits angedeutete Gurkensalat.
Ach ja, diese McClanes, reiten sich in jedem Film in Schwierigkeiten. Welches verlorene Familienmitglied wird Bruce Willis ikonischer Charakter im nächsten Film wiederfinden? Seinen lange tot geglaubten Bruder, der sich als Ex-Stasi entpuppt und in Deutschland die DDR wieder aufleben lassen will? Das wäre bestimmt ein Job für Paul Anderson.



 1.
The Ring 2 Two
USA 2005
Regie: Hideo Nakata
Darsteller: Naomi Watts, Simon Baker, David Dorfman





Mit The Ring fing alles an. Eine neue art von Horrorfilm. Was in Japan praktisch schon ein alter Hut war, wurde im Westen gerade erst neu entdeckt. Verantwortlich für das erste Remake eines populären japanischen Horrorfilms (unzählige sollten folgen bis das Genre irgendwann so trocken und staubig war wie die Wüste Gobi) war Gore Verbinski. Gelungen ist ihm zusammen mit Dreamworks ein kühler, düsterer Mystery-Horrorfilm, wie man ihn seit Jahren nicht mehr im Kino zu sehen bekam. Dabei kopierte Verbinski das Original aus Japan beinahe 1:1 (die Romanvorlage zum japanischen Film lieferte Koji Suzuki). Die Philosophie (und auch das Budget) war jedoch eine andere und beide Werke können überraschend gut nebeneinander koexistieren. So schnell wie die neuen Horrorfilme um unheimliche kleine Mädchen mit langen dunklen Haaren populär wurden, so schnell gerieten sie eigentlich auch wieder in Vergessenheit.
Aber sicherlich war 2005 noch nicht die Zeit dafür.

Rund 3 Jahre nach dem US-Remake wollte es Dreamworks noch einmal wissen. Da Gore Verbinski alle Hände voll mit "Fluch der Karibik" hatte, war dieser nicht mehr für eine Ring-Fortsetzung verfügbar. Also ließ man einfach den Mann aus Japan einfliegen, der das Original gedreht hat. Eine passendere Besetzung für den Stuhl des Regisseurs kann es da wohl kaum geben. Hideo Nakata hatte sich nicht nur mit Ring einen Namen gemacht. Mit Ring 2 hatte er in Japan auch eine überraschend solide Fortsetzung zustande gebracht und mit Dark Water, einer weiteren Adaption einer Geschichte des japanischen Bestsellerautors Koji Suzuki, seinen nächsten Hit landete (bitte nicht verwechseln mit dem gleichnamigen, mäßigen, amerikanischen Remake zu Dark Water aus dem Jahr 2005).
Und letztendlich landete Hideo Nakata, bei seinem US-Debüt, mit The Ring Two eine Fortsetzung zu einem gelungenem Remake, welche sich nicht einmal vor "Exorzist II: Der Ketzer" verstecken muss.
Belanglos, nichtssagend und ohne Spannung agieren die Darsteller unter Hideo Nakatas eintöniger Regie und Ehren Krugers ideenloser Geschichte. Ja, und dann ist da auch noch dieser verdammte Junge. Dieser verdammte, altkluge Junge der nun noch eine viel größere Rolle hat als bereits im Vorgänger.
Woran sich die Leute später erinnern werden, wenn sie den Titel "The Ring Two" vernehmen werden, ist, Simon Bakers schiefe Fratze nachdem er vermutlich das Drehbuch las, eine Szene mit der Benutzung von unglaublich schlechtem CGI und dem verdammt guten Kurzfilm "Rings" von Jonathan Liebesman, der von Dreamworks einzig und alleine dafür in Auftrag gegeben wurde, The Ring Two zu promoten.

Es sollte sich herausstellen, Hideo Nakata bekam nach The Ring Two kaum noch ein nennenswertes Projekt zustande (weder im Westen, noch in seiner Heimat). The Ring Two ist auch ein weiterer Beweis dafür, wie gefährlich mal wieder eine direkte Fortsetzung werden kann. Man muss sich nur diese Liste anschauen, und bemerkt alleine an Filmen wie Battle Royale II oder aber auch Exorzist II, direkte Fortsetzungen zu eigentlich abgeschlossenen Handlungen haben es nie einfach.
Das man aber ein so sicheres Ding wie The Ring II aber dennoch so dermaßen in den Sand setzen kann, dazu gehört auch ein gewisses Können.