Archiv: Rezensionen zu Literatur und Film

Montag, 9. März 2015

Aufziehvogel's Wühlkiste: Terminator - Die Erlösung



Trailer




USA 2009

Terminator: Die Erlösung
Originaltitel: Terminator Salvation
Regie: McG
Darsteller: Christian Bale, Sam Worthington, Moon Bloodgood, Helena Bonham Carter, Michael Ironside
Lauflänge: Circa 115 Minuten
Genre: Science-Fiction, Action
Verleih: Sony Pictures
FSK: 16


Um etwas Zeilen zu sparen, verwende ich für diese Retrospektive den englischen Titel Terminator Salvation.


Gestern noch im Fernsehen, heute schon auf meinem Blog. Und hier habe ich mal einen ganz prominenten Vertreter für meine noch etwas unterbesetzte Wühlkiste. Terminator Salvation stand nie unter einem guten Stern. Kein James Cameron, Kein Arnie, PG-13. Letztendlich waren es alle 3 Knockout Kriterien, die diesem Machwerk das Genick brachen. Zudem waren alle hohen Tiere anscheinend gemeinsam beim Chinesen auf eine gemütliche Runde Opium, als man sich entschied McG für den Posten des Regisseurs anzuheuern. Joseph McGinty Nichol, kurz, McG ist ein Regisseur, der in der Vergangenheit hauptsächlich im TV-Sektor tätig war. Dem Mann nun ein 200 Millionen Dollar teures Projekt in die Hände zu legen war da beinahe schon etwas unfair.

Da die Erwartungshaltung der Fans nahezu astronomisch waren, gab es den ersten Dämpfer bereits als die Altersfreigabe aus den USA verkündet wurde. Der Verleih peilte ein lukratives PG-13 Rating an. Die niedrig angesetzte Altersfreigabe war natürlich ein sicheres Ding, um auch Teenager in den neuen Terminator-Film zu locken. Die Rechnung sollte aber nicht ganz aufgehen. Während Terminator Salvation kein völliger Box Office Flop war, lag er bei einem Budget von 200 Millionen US Dollar und einem weltweiten Einspielergebnis von 371 Millionen US Dollar noch immer weit hinter den Erwartungen der Produzenten. Für das Terminator Franchise war bereits Teil 3 eine mittelschwere Enttäuschung, konnte der Film aber noch immer von Schwarzenegger und R-Rating Bonus profitieren.

Doch woran genau scheiterte Terminator Salvation? Die Fans hatten sich doch immer einen Terminator Ableger gewünscht, der genau so aufgebaut ist wie Kyle Reese's düstere Rückblenden aus dem Erstwerk. Wollten eben jene Fans nicht mehr den Krieg der Maschinen in einer völlig zerstörten Zukunft sehen? Aber natürlich wollten sie das! Allerdings nicht so. McG's hektischer Stil kommt einem Musikvideo gleich. Dazu kommt ein hauchdünner, schwacher Plot der das Franchise noch weiter in Verruf bringt (Teil 3 lässt grüßen) und eine Auswahl von Schauspielern, die den Eindruck vermitteln, sie hätten nicht einmal so richtig lust auf dieses Projekt. Sam Worthingtons Charakter Marcus Wright ist überflüssig, obwohl er der Protagonist ist. Christian Bale als Kriegsheld John Connor bleibt blass und unglaubwürdig. Bale bereut mittlerweile, je an diesem Projekt mitgewirkt zu haben. Beinahe bekannter als der komplette Film wurde Bales bereits legendärer Ausraster am Set zu Terminator Salvation.
Ein wenig überzeugendes Script, schwache Darsteller und ein völlig überforderter Regisseur haben hier ein Erbe angetreten, welches sie unmöglich bestreiten konnten.

Zuletzt wäre da noch die von McG vielfach angepriesene und von Fans heiß erwartete Unrated-Fassung für das Heimkino. In dieser Fassung sollten dann Inhalte zu sehen sein, die für die PG-13 Freigabe weichen mussten. Am Ende bezog sich ein Großteil dieser Inhalte auf Schauspielerin Moon Bloodgoods entblößte Brüste, die für den Bruchteil einer Sekunde in der Unrated-Fassung zu sehen sind. Alle weiteren, hinzugefügten Szenen sind nichts weiter als Lückenfüller, die es bestenfalls als Deleted Scenes unter die Extras eines Filmes schaffen. Zumindest der Regisseur war aber auf Moons entblößte Tittchen sehr stolz. Alle nun angefixten Leser, die den Film bisher noch nicht gesehen haben, sollten sich aber nicht zu sehr freuen. Bei einem Gang ins Freibad wird man vermutlich detailreichere Einblicke bekommen.





Resümee


Ob Terminator Salvation ein Ausrutscher war, wird Terminator Genisys zeigen. Schwarzenegger wird im kommendem Film zwar wieder zu sehen sein, über die Altersfreigabe wird aber noch immer entschieden (sofern es da noch kein Update geben sollte) und mit "Thor" Regisseur Alan Taylor hat man erneut einen Mann aus dem TV-Sektor engagiert (auch wenn seine Vita relativ beeindruckend ist und etliche namhafte Serien dabei sind). Ob aber ein alternder Arnie, John McClanes talentloser Sohn und Daenerys Targaryen das Ruder noch rumreißen können, ich wage es zu bezweifeln.


Terminator Salvation wird wohl einen eher trauriges Stand in der Historie des Franchise finden. Aus Entertainment Sichtweise ist der Film ein stumpfsinniger Blockbuster der sogar extrem kurzweilig sein kann. Als Gesamtwerk und Teil des Terminator Franchise eine riesige Enttäuschung, sowohl als Film als auch kommerziell. Wer oder Was hier nun erlöst wurde, wird auf immer ein Rätsel bleiben, aber für alle Beteiligten dürfte der Titel wohl Programm sein. Die Klospülung ist jedenfalls aktiviert!

Samstag, 7. März 2015

Das Ding mit YouTube




Das wohl bekannteste Logo, welches man auf YouTube neben dem Schriftzug finden wird. Der melancholische Smiley, der die Zuschauer darauf aufmerksam macht, dieser oder jener Lizenzinhaber hat Copyright Ansprüche erhoben. Bei dem ganzen Abmahn-Wahn der letzten Jahre werden täglich etliche Inhalte von YouTube gelöscht oder gar komplette Accounts gesperrt, weil die Benutzer zu oft abgemahnt wurden.

Auch die von mir bereitgestellten YouTube Inhalte, die ihr hier findet, sind davor natürlich nicht geschützt. Da ich in den vergangenen Jahren ziemlich viele YouTube Inhalte mit meinem Blog verknüpft habe, sind, was eine letzte Inspektion mir bewies, zahlreiche Videos unlängst gelöscht. Da ich keine Haftung für die Inhalte Dritter übernehme kann ich natürlich nicht garantieren, dass die Videos auch weiterhin in meinen von mir verfassten Artikeln bestehen bleiben. Wer also in einem Einwurf oder einer Rezension ein gelöschtes YouTube Video findet, der muss sich (leider) damit abfinden. Aufgrund der Kurzlebigkeit dieser Inhalte lohnt es sich einfach nicht, sie ständig in den jeweiligen Einträgen zu aktualisieren.

Ich hoffe, ihr habt dafür Verständnis. Viel Spaß weiterhin auf Am Meer ist es wärmer.

Ein schönes Wochenende,
Euer Aufziehvogel

Freitag, 6. März 2015

Rezension: Die Zeit nach Mitternacht



Trailer




USA 1985

Die Zeit nach Mitternacht
Originaltitel: After Hours
Regie: Martin Scorsese
Darsteller: Griffin Dunne, Rosanna Arquette, Verna Bloom, Cheech Marin, Tommy Chong
Lauflänge: Circa 97 Minuten
Genre: Schwarze Komödie
FSK: 12


Im Jahr 1985 hat man noch keine "Rezis" geschrieben, sondern "Rezensionen". Und sehr wahrscheinlich wurden diese Rezensionen auch noch abgedruckt! Unsere heutige Fastfood Generation hat es da mit Smartphones und Tablets als Informationsquelle einfacher (nicht abwertend gemeint, ohne diese Gerätschaften gäbe es wohl auch keine große Relevanz für Blogs). 
Echte Handarbeit ist rar geworden und auch alte Haudegen wie Martin Scorsese müssen sich jener Fastfood Generation anpassen. Darunter Leute, die für alles eine Abkürzung benutzen und Selfies auf versifften Toiletten machen. So ist es auch irgendwie wenig überraschend, dass Scorsese 2013 mit "The Wolf of Wall Street" eben einen solchen Film für diese Generation gedreht hat. Auch wenn ich grundsätzlich keinen Scorsese Film jemals ablehnen würde, in meine Top 5 würde die völlig überdrehte Koks und Sex Orgie um den gescheiterten Ex Stock-Broker Jordan Belfort nicht landen.

Doch Martin Scorseses Filmografie ist umfangreich. Umso trauriger ist es, viele Fans fixieren sich alleine auf seine Gangster- und Unterwelt-Dramen wie "Good Fellas", "Casino" oder aber auch "The Departed" (es soll auch jene Leute geben, die seinen Namen nur mit "Taxi Driver" in Verbindung bringen). Aber dann gibt es da auch noch die großen Werke, die vielleicht etwas in den Hintergrund geraten sind. "Kap der Angst", "Aviator" oder "Shutter Island". All diese drei Filme unterscheiden sich erheblich voneinander und beweisen, wie Wandlungsfähig ein Scorsese Film sein kann.

Genau wie die Absätze dieses Textes, geht es aber auch tiefer in Scorseses Welt. Denn es existiert da tatsächlich noch ein kleiner Edelstein, bei all den großen Kalibern an Goldbarren. Die Rede ist von einem beinahe schon ins Abseits geratenen Filmes aus Scorseses großartiger Filmografie. Ein Film, ohne Beteiligung von De Niro oder Di Caprio. Ein Film ohne HD Neuauflage und ohne Smartphones. "Die Zeit nach Mitternacht" oder, ein wenig stilvoller im Original, "After Hours", ist Martin Scorseses vergessener Film. Ein Film mit typischen Scorsese Elementen und doch ist er so angenehm fremdartig. Eine Schwarze Komödie die einer griechischen Tragödie gleichkommt. Was rede ich da, die Odyssee von Paul Hackett durch ein SoHo nach Mitternacht ist dramatischer als die komplette Ilias von Homer.

Die Geschichte dreht sich um den Programmierer Paul Hackett (Griffin Dunne). Der Prototyp Charakter zu extrem bekannten Figuren wie die des Ted Mosby aus "How I Met Your Mother". Ein ganz gewöhnlicher New Yorker angestellter, langweilig, Single und ein wenig einsam. An einem späten Abend in einem Cafe kommt Paul durch einen Zufall mit einer interessanten Frau ins Gespräch. Marcy (Rosanna Arquette), so der Name dieser schönen Blondine und Paul haben ähnliche Interessen und die beiden kommen schnell auf einen Nenner. Marcy überreicht Paul  die Telefonnummer einer Freundin, bei der sie die Nacht verbringen wird. Nur kurze Zeit später tätigt Paul bei sich daheim den Anruf und verabredet sich mit Marcy. Der Treffpunkt findet bei Kiki statt, eine Bildhauerin die inmitten des Szeneviertels SoHo wohnt. Euphorisch schwingt sich Paul in ein Taxi und mit der ersten Panne, dem Verlust seines einzigen Geldscheins, beginnt für ihn die (alptraumhafte) Zeit nach Mitternacht.

Im Kern ist "Die Zeit nach Mitternacht" eine extrem schräge Komödie. Ausgiebige Dialoge wie bei Scorsese üblich gibts in Hülle und Fülle. Es wird am laufendem Bande gute Musik gespielt (darunter ein Original Score von Howard Shore) und die fantastischen Darsteller runden dieses einzigartige Filmerlebnis ab (erwähnenswert wäre da auch noch der sehr amüsante Auftritt von Cheech Marin und Tommy Chong, die einmal mehr als Duo unterwegs sind). Besonders Griffin Dunne als moderner Odysseus der verzweifelt einen Weg nach Hause sucht liefert eine herrliche Darbietung ab. Bei einer extrem schlanken Laufzeit von knapp 97 Minuten ist keine einzige davon verschwendet (für Scorsese Verhältnisse eigentlich schon ein Kurzfilm). Etwas, was mir jedoch aufgefallen ist, im Endspurt verliert der Film vielleicht etwas zu sehr den roten Faden. Damit meine ich die verrückten Wendungen, die rund um Paul stattfinden. Allerdings unterstreicht besonders das Ende des Filmes sehr gut den "Wahnsinn", den Paul in dieser Nacht erlebt. Wenn man, bevor man den Film schaut, nicht unbedingt den Name des Regisseurs irgendwo aufgreift (oder ihn nicht kennt), könnte nämlich zu Beginn auf die falsche Fährte gelockt werden, es handle sich bei diesem Film um eine generische romantische Komödie (eine sogenannte Rom Com). Nach spätestens einer halben Stunde wird der Zuschauer jedoch eines besseren belehrt werden.


Resümee

"Die Zeit nach Mitternacht" ist die art Film, zu der Martin Scorsese wohl nie wieder zurückkehren wird. Trotz all der verrückten Ideen ist der Film wesentlich bodenständiger als beispielsweise "The Wolf of Wall Street". Manchmal ist etwas weniger eben dennoch mehr. 
Die DVD von "After Hours" ist in Deutschland mittlerweile unlängst Out of Print und ein HD-Master scheint es weltweit (noch) nicht zu geben. Ob es dieses überhaupt jemals geben wird, ist an sich fraglich. Schade ist diese stiefmütterliche Behandlung alle male. Aber Sergio Leones "Todesmelodie" hat im letzten Jahr bewiesen, selbst die vermeintlich ungeliebten Kinder schaffen es irgendwann noch einmal auf Blu-ray.

Wer die Chance hat, sich "Die Zeit nach Mitternacht" ansehen zu können, sollte diese als Filmliebhaber nicht verstreichen lassen. Ab und an läuft der Film noch als Klassiker im Pay-TV. Aber auch jede halbwegs gut sortierte Videothek sollte den Film führen. Aber hier sind wir ja wieder beim Generationswechsel angekommen. Natürlich nur, sofern der Inhaber noch nicht das altertümliche Medium, die DVD, auf den Müll geworfen hat.

Donnerstag, 26. Februar 2015

Murakami liest aus "Mister Aufziehvogel": Eine seltene Aufnahme des schüchternen Autors

(Foto: 92Y)


Aufgrund meines noch immer eingeschränkten Internetzugriffs reicht es zwar noch nicht für ausführliche Einträge, aber allemal, um kleine Schätze hervorzuheben.

1998 gab Haruki Murakami einen seiner seltenen öffentlichen Auftritte. Die hier präsentierte Lesung fand im 92Y statt, einem Kulturinstitut mitten in Manhattan, New York.
Das besondere an dieser Aufnahme ist, sie ist selbst unter Fans des Autors relativ unbekannt und 92Y entfernte den Eintrag auf YouTube. Auf ihrer offiziellen Website kann man sich die rund 28 minütige Aufnahme via Stream anhören.

Murakami liest aus "Mister Aufziehvogel" ("The Wind-Up Bird Chronicles"), jener große Roman, der 1 Jahr zuvor in englischer Übersetzung in den USA erschienen ist und den japanischen Autor in den USA zum Kult-Autor machte.

Mit Humor und einer entspannten Lockerheit unterhält Murakami das Publikum und liest aus dem dritten Kapitel des Buches vor. Erst in japanisch, dann in der englischen Übersetzung.
Nach einer Weile führt die Lesung Jonathan Levi (man korrigiere mich bitte, sollte ich hier falsch liegen) fort.

Wer der englischen Sprache mächtig ist, sollte 92Y besuchen. Der Link führt direkt zu der Aufnahme. Da die Aufnahme leider nicht mehr auf YouTube verfügbar ist, ist eine direkte Verlinkung auf Blogger leider nicht möglich.

Sonntag, 22. Februar 2015

Besuch von Herrn Error



Nach der freiwilligen Auszeit muss ich nun, etwas unfreiwillig, in eine gezwungene Verlängerung gehen. Herr Error hat sich ins brandneue WLAN eingeschlichen und seit nun mehr als zwei Wochen bleibt mir die Tür ins weltweite Web versperrt. Da immer noch nach den Ursachen seitens des Telefonanbieters geforscht wird, bleibt mir nichts anderes übrig als mich in Geduld zu üben wie ein Zen-Meister. Ich hoffe, bis spätestens Mitte März wieder brandneue Beiträge abliefern zu können.

In der Zwischenzeit könnt ihr hier auf Am Meer ist es wärmer 10 Stunden lang Smooth Jazz hören. Wenn ihr das Video 2 1/2 mal am Tag abspielt, habt ihr den Tag bereits geschafft. Cheers und bis bald, euer Aufziehvogel.

Nachtrag: Der Aufziehvogel ist wieder Online! Natürlich könnt ihr euch auch weiterhin Smooth Jazz anhören.