Archiv: Rezensionen zu Literatur und Film

Samstag, 28. November 2015

Buen viaje, Norbert Gastell (1929-2015)



Eine Meldung, die schnell ihre Runde gemacht haben dürfte. Norbert Gastell, 1929 geboren in Buenos Aires als Sohn eines deutschen Journalisten, ist im hohen Alter von 86 Jahren in München verstorben.

Obwohl Norbert Gastell vielen Charakteren im laufe seiner Karriere seine Stimme geliehen hat, so ist es natürlich unmöglich, 24 Jahre Homer Simpson auszublenden. Noch bevor ich überhaupt eine komplette Episode der Simpsons gesehen habe, war es die markante Stimme von Norbert Gastell, die sich bei mir eingeprägt hat. Ich bin selbst verhältnismäßig spät zu den Simpsons gekommen (was ungefähr 1998 gewesen sein dürfte) und konnte der Serie vorher nie viel abgewinnen. Aber der bekannte deutsche Privatsender blieb penetrant und man konnte den Simpsons damals nur schwer entkommen. Und so erwischte es auch irgendwann mich und ich konnte mich der Faszination nicht entziehen.

Vielleicht sogar noch mehr als Dan Castellaneta (Homers englischer Sprecher und beinahe 30 Jahre jünger), prägte Norbert Gastell den Charakter und es ist somit auch keine Überraschung, das seine Interpretation auch weit aus unseren Wohnzimmern hinaus von vielen Fans der Serie geschätzt wurde. Was bleibt ist ein tonnenschweres Erbe von fast 3 Dekaden, knapp 600 Folgen und ein Kinofilm.

Was die Simpsons in Deutschland angeht, könnte dies bereits der endgültige Todesstoß gewesen sein. Denn bereits als Anke Engelke die 2006 verstorbene Elisabeth Volkmann (Dialogregisseur und Sprecher Ivar Combrinck verstarb kurze Zeit später) ersetzte, hat sie es mit ihrer deutschen Interpretation der Marge Simpson nie geschafft, dem Charakter einen Stempel aufzudrücken, wie es ihre Vorgängerin getan hat (was auch nur schwer zu erreichen ist, wenn man die ganze Zeit erfolglos versucht, Julie Kavner zu kopieren)

All das ist aber auf einmal so unwichtig. Mir bleibt nämlich nur noch eines zu sagen: Eine Gute Reise, Norbert Gastell, du wirst uns fehlen.

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