Archiv: Rezensionen zu Literatur und Film

Montag, 23. September 2013

Marcel Reich-Ranicki verlässt die Bühne des Lebens



Deutschlands einflussreichster Literaturkritiker verstarb im hohen Alter von 93 Jahren am 18 September 2013. Der polnisch stämmige Marcel Reich-Ranicki gehörte wohl zu den wenigen noch lebenden Personen, die den Holocaust selbst miterlebt haben. Sowohl seine Eltern als auch Brüder kamen dabei um.

Mit Marcel Reich-Ranicki hat uns ein Mann verlassen, der sein Leben den gedruckten Buchstaben in den Millionen von Büchern widmete (und ich mir manchmal denke, er hat vermutlich alle Bücher dieser Welt gelesen), die wir in unseren Buchläden kaufen. Von 1988-2001 leitete er das Literarische Quartett auf dem ZDF in der Originalbesetzung. Das Quartett trennte sich letztendlich nach einem Krach, in dem es um Haruki Murakamis Südlich der Grenze, westlich der Sonne (damals noch Gefährliche Geliebte bekannt) ging. Ein Krach, wo Ranickis unverfälscht markante Art bestens zur Geltung kam.

Marcel Reich-Ranicki hat sich von niemandem den Mund verbieten lassen. Und kaum eine andere Person in Deutschland, tat in der Vergangenheit so viel für die Weltliteratur wie er. Mit einem großen Vermächtnis hat er die Bühne des Lebens verlassen.

In Gedenken an Marcel Reich Ranicki: 02.07.1920 - 18.09.2013

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