Archiv: Rezensionen zu Literatur und Film

Dienstag, 13. Oktober 2015

Top 10: Die schlechtesten Sequels



Obwohl es nicht komplett unverdient wäre, im starken Kontrast zu meinem Roger Moore als Clown-Bond Titelbild, er selbst wird keinen Auftritt in dieser Liste haben.
Stattdessen will ich mich bei meiner neusten Top 10 mit, bis auf wenigen Ausnahmen, auf neuere Sequels (Fortsetzungen) fokussieren.

Doch wie sehen die Regeln aus, um einen dieser wenig begehrten Plätze zu bekommen?
Qualifiziert sind praktisch so ziemlich alle Filmreihen. Kein Heiligtum ist sicher. Ein weiteres Kriterium ist, ich muss die Filme gesehen haben und kann nicht einfach, auch wenn ich gerne würde, Transformers mit in diese Liste aufnehmen (3 Anläufe brauchte ich für Teil 1, nicht einmal habe ich es geschafft, bis zum Abspann zu durchzuhalten). Eine weitere Regel: Nur 1 Film pro Franchise.
Zusätzlich ausgenommen von dieser Liste sind alle Horror-Slasher Reihen wie Texas Chainsaw Massacre, Freitag der 13. oder Halloween, bei denen ich unlängst die Übersicht verloren habe. Auch Saw werde ich keinerlei Beachtung schenken, da ich mich nicht für einen einzigen Film entscheiden könnte (betrachtet alles nach Teil 2 in einer eigenen Liga der schlechten Fortsetzungen).

Bevor ihr euch nun auf meine Top 10 stürzt: Falls ihr nach "Der Pate 3", "Speed 2: Cruise Control" oder aber auch "Book of Shadows: Blair Witch 2" sucht, muss ich euch bereits in diesem Absatz enttäuschen, sie sind nämlich nicht dabei :)



Top 10: Die schlechtesten Sequels



10.
Mad Max III - Jenseits der Donnerkuppel
Australien 1985
Regie: George Miller
Darsteller: Mel Gibson, Tina Turner







Wer Mad Max III noch nicht gesehen haben sollte nach all den Jahren, und sich fragt, was sich hinter der Donnerkuppel befindet, dem kann ich zumindest verraten, was sich nicht dahinter befindet: Ein guter Film und ein würdiger Abschluss einer Trilogie. Zugegeben, Mad Max III hat es von allen Vertretern in dieser Liste noch am wenigsten verdient, dabei zu sein. Trotzdem, oder gerade deshalb, ist der Film dabei, weil er so selten bei solchen Aufzählungen zu finden ist.
Das größer Problem von Mad Max III ist nicht einmal der Wechsel zum amerikanischen PG-13 Rating und den Einbußen vieler schnörkelloser Härten, wie man sie aus den beiden Vorgängern kennt. Ein viel größeres Problem ist der lahme Plot und die fehlenden Höhepunkte. So ganz werde ich es nicht nachvollziehen können, was sich George Miller da gedacht hat. Weder ein guter Mel Gibson, noch eine sehr gute Tina Turner konnten das Ruder rumreißen. Was am Ende bleibt, ist ein mehr als brauchbarer Titelsong und der Gedanke daran, rund 30 Jahre später hat George Miller seinen Fehler wieder ausgebügelt.


9.
The Hangover Part III
USA 2013
Regie: Todd Philipps
Darsteller: Bradley Cooper, Ed Helms, Zach Galifianakis 







Beinahe hätte es Mel Gibson zum zweiten mal in diese Liste geschafft (gut, dass er sein Engagement in Hangover Part III absagte und Filme wie Machete Kills und Expandables 3 nur knapp vorbeigerauscht sind ).
Während ich Part II der Hangover Trilogie noch recht amüsant fand und auch der Meinung war, da gab es noch einige recht gute, niveaulose Gags, so war die Luft bei Part III dann aber komplett raus. Ein Hangover Film ohne Hangover, dafür aber mit umso mehr Alan und Mr. Chow. Die zwei Publikumslieblinge aus den beiden Vorgängern wurden nun endgültig zur den nervenden Ulknudeln, die mit lahmen und völlig überzogenen Gags Hangover Part III zu einer wahren Geduldsprobe machten. Es sind durchaus Bemühungen zu sehen, dass Regisseur Todd Philipps alles zu einem runden Ende verpacken wollte, allerdings steht dem Film dabei das hanebüchene Script und die eigenen Charaktere im Wege. Hangover Part III ist ein überflüssiges Sequel, ein überflüssiger Abschluss einer Trilogie und letztendlich auch ein überflüssiger Film.



8.
Toy Story 3
USA 2010
Regie: Lee Unkrich
Sprecher: Tom Hanks, Tim Allen, Joan Cusack






Toy Story 3 ist bestimmt der Film, den man am wenigsten erwartet, wenn man sich eine Liste zu den schlechtesten Sequels anschaut. Und doch ergatterte sich der Animationsfilm von Pixar Platz 8. Die Gründe hierzu kann ich einfach erklären. Toy Story hatte weder einen zweiten Teil nötig und schon gar keinen dritten. Toy Story hatte 1995 als einer der ersten 3D animierten Zeichentrickfilme Geschichte geschrieben. Die Story war interessant für Jung und Alt (danke, Joss Whedon) und selbst die Technik kann sich auch heute noch sehen lassen. Bereits bei Teil 2 hatte man sich irgendwie verirrt und es war den Machern nicht gelungen, eine originelle Story abzuliefern. Trotzdem kann auch Toy Story 2 noch anständig unterhalten, wenn auch längst nicht mehr so einzigartig charmant wie sein Vorgänger. Toy Story 3 setzt mit der Ideenlosigkeit fort, setzt aber auch noch einmal einen drauf in Sachen erzwungene Dramatik und einem völlig ausgelutschtem "Wir alle werden einmal erwachsen" Plot. In der deutschen Synchronfassung kann man dann auch noch einmal die Keule schwingen, wie man bloß einen so untalentierten Sprecher wie Michael "Bully" Herbig engagieren konnte, der in Toy Story 3 den bereits damals gesundheitlich gezeichneten Peer Augustinski beerbte und die Rolle des Woody übernahm. Toy Story 3 ist in vielen Belangen überflüssig. Mittlerweile wurde für das Jahr 2017 eine weitere Fortsetzung angekündigt. Für Pixar vielleicht die große Gelegenheit, mit dem Ruhm vergangener Tage dieses Franchise abzuschließen und etwas völlig neues zu präsentieren.


7.
Star Wars Episode II: Angriff der Klonkrieger
USA 2002
Reige: George Lucas
Darsteller: Ewan McGregor, Hayden Christensen, Natalie Portman






Laut Star Wars Maestro George Lucas sind die Filme Episode I-III seine ultimative Vision von Star Wars. Eine kontroverse Aussage. Wenn man Lucas glaubt, befindet sich in den Filmen alles, was er damals nicht hätte umsetzen können. Das ist ja schon ein ganz schönes Brett, genau wie der Fakt, Episode II ist komplett digital entstanden. Die Darsteller werden also bis auf grüne oder blaue Hintergründe in einem Studio nichts gesehen haben, was nur annähernd einem echten Set gleichkommen würde. So sieht die Vision von George Lucas aus. Das Problem nur, was Ende der 90er mit Episode I noch passabel aussah, sieht 2015 aus wie ein billiges Computerspiel. Episode I-III sind technisch fürchterlich schlecht gealtert. Das gleiche gilt aber auch für den Inhalt, dieser wurde wiederum aber auch schon zu Zeiten der jeweiligen Veröffentlichung der Filme stark kritisiert. Mit oder ohne Nostalgie-Brille zu der Original-Trilogie, Episode II ist noch einmal schlechter und planloser geschrieben als sein Vorgänger. Dazu kommt dann auch noch einmal eine riesige Portion Schmalz, der sich mit einer ekelhaft kitschigen Lovestory vermischt. Das Gesamtergebnis dieser brandgefährlichen Mischung ist für sich gesehen ein lahmer Science-Fiction Film mit einigen Star Wars Elementen. Denn bei all den Widersprüchen, die Lucas selbst in sein eigenes Script eingebaut hat, muss man sich als Filmfan wirklich fragen, ob nicht sogar ein Klon des großen Zampano für diesen Film verantwortlich war.


6.
Scream 3
USA 2000
Regie: Wes Craven
Darsteller: Neve Campbell, David Arquette, Courteney Cox Arquette







Der erst kürzlich verstorbene Horror-Altmeister Wes Craven hat sich mit Scream 2 und Scream 3 keinen großen Gefallen getan. Während Teil 1 das Slasher-Genre noch einmal revolutionierte und einen beeindruckenden Spagat zwischen Horror, Comedy und Hommage hinlegte, waren beide Fortsetzungen nur noch zwei kleine Abziehbilder des Originals. Während Teil 2 noch halbwegs unterhaltsam den Vorgänger kopierte und die Story um Sidney Prescott hätte abschließen können, driftete Teil 3 mit einer nahezu absurden Geschichte und fragwürdigen Darstellern (Patrick Dempsey als inkompetenter Detective vom LAPD mit einbezogen) ab in dem Sumpf der Fortsetzungen, die besser nie realisiert worden wären. Die Opfer im Film sind austauschbar und waren nichts weiter als nötiges Kanonenfutter. Ein Aspekt, über den man hinweg sehen könnte wenn Scream 3 sich nicht auf so unlustige weise selbst veralbern würde. Ein Film, den man getrost überspringen kann und problemlos nach Teil 2 mit Scream 4 fortfahren kann. In Wes Cravens letztem großen Kinofilm besinnte er sich noch einmal auf die Stärken, die das Original ausmachten (auch wenn Scream 1 konkurrenzlos bleibt).


5.
Terminator 3 - Rebellion der Maschinen
USA 2004
Regie: Jonathan Mostow
Darsteller: Arnold Schwarzenegger, Nick Stahl, Claire Danes







Während Terminator - Die Erlösung schon ausführliche Aufmerksamkeit von mir erhalten hat, hätte ich es ungerecht gefunden, Terminator 3 - Rebellion der Maschinen, einfach ungeschoren davonkommen zu lassen. Einen Platz hätten sie beide hier verdient, aber da nur eine schlechte Fortsetzung pro Franchise erlaubt ist, geht der Platz an Terminator 3. Als 2004 die lang ersehnte Fortsetzung erschien, war die Ernüchterung riesig. Wenig überzeugende Darsteller (selbst Arnie konnte nur gering überzeugen und allen voran Claire Dankes in der wohl überflüssigsten weiblichen Hauptrolle, die ich vermutlich je bestaunen durfte), eine schwache Fortführung der Story und völlig überflüssiger Humor (fast schon Slapstick) sorgten dafür, dass die Verantwortlichen für diesen Film sich selbst von diesem Machwerk, was unter der Regie von Jonathan Mostow entstanden ist, distanzieren. Vermutlich wäre selbst unter der Regie von James Cameron kein Film entstanden, der den beiden Vorgängern hätte gefährlich werden können, aber zumindest hätte man vermutlich einen würdevollen Abschluss einer Trilogie erwarten können. Und da soll noch mal jemand sagen, Terminator Genisys hätte nicht viel richtig gemacht.



4.
Battle Royale II: Requiem
Japan 2003
Regie: Kenta Fukasaku, Kinji Fukasaku
Darsteller: Tatsuya Fujiwara, Ai Maeda, Riki Tekeuchi






Battle Royale II: Requiem ist eine Fortsetzung, um die weder jemand gebeten hat, noch die jemals hätten entstehen dürfen. Ohne Frage, Battle Royale von Kinji Fukasaku gehört mitunter zu den vermutlich bedeutendsten Filmen, die nach der Jahrtausendwende entstanden sind. Kinji Kukasaku benutzte für die Verfilmung zwar die Romanvorlage von Koushun Takami, kreierte aber dennoch etwas völlig eigenständiges aus dem Material. Eine Fortsetzung, die es gar nicht gebraucht hätte, plante der gestandene japanische Filmemacher aber dennoch. Allerdings kam alles ein wenig unerwartet, denn noch während der Dreharbeiten zu Battle Royale II verstarb Kinji Fukasaku 2003 an Prostatakrebs und konnte nur eine einzige Szene abdrehen. Die schwere Bürde, den Film zu übernehmen, übernahm sein Sohn Kenta, der bereits das Screenplay zu Teil 1 schrieb.
Wie viel Kinji Fukasaku in Battle Royale II: Requiem steckt, werden wir wohl nicht mehr erfahren. In allem, wofür das grandiose Original stand, will die Fortsetzung einen draufsetzen, scheitert dabei aber in so ziemlich allen Belangen. Stattdessen zieht man die wunderbar abgeschlossene Geschichte des ersten Teils gleich mit ins Verderben, da Battle Royale II eine direkte Fortsetzung ist. Und auch diesen Survival Horror Aspekt, der ein wenig an "Der Herr der Fliegen" erinnert, wurde durch ein sinnloses Splatterfest ersetzt. Darstellerisch gibt es mit dem kleinen Auftritt von Takeshi Kitano nur einen der wenigen Lichtblicke, sein Ersatz, Riki Takeuchi, überschätzte stattdessen seine schauspielerischen Fähigkeiten erheblich. Egal, wie viel man über Battle Royale II: Requiem, noch schreibt, an dieser Fortsetzung kann man nichts schönreden und das einzige, was uns bleibt, ist, dieses Machwerk für immer zu vergessen. Kinji Fukasaku hat sich unlängst ein Denkmal in der japanischen Filmwelt gesetzt und kann auf diese Fortsetzung, die ihm gewidmet ist, getrost verzichten.



3.
Exorzist II: Der Ketzer
USA 1977
Regie: John Boorman
Darsteller: Linda Blair, Louise Fletcher, Richard Burton




Exorzist II: Der Ketzer ist eine weitere Fortsetzung, die genau so wenig wie Battle Royale II je hätten entstehen dürfen. Aber natürlich wollte man mit einem der kontroversesten Horrorfilme seiner Zeit noch ein paar Dollar abkassieren. Entstanden ist nicht eine der schlechtesten Fortsetzungen der Filmgeschichte, sondern eindeutig auch einer der schlechtesten Filme der Filmgeschichte. Bereits das Desaster bei der Produktion ist ein Indiz dafür, bei dem Dreh zu diesem Film lief einfach nichts rund. Entstanden ist ein billiges Filmchen, was verzweifelt versucht, eine Geschichte aufzubauen, die nach dem Vorgänger spielen könnte. Genau wie beim Terminator Franchise wandten sich die Verantwortlichen schnell von sämtlichen Fortsetzungen ab (in diesem Falle William Peter Blatty und William Friedkin, die sich anschließend noch nach der Premiere über diese Fortsetzung öffentlich lustig machten). Geplant war von vornherein ein Low Budget Werk, welches durch die chaotische Produktion sogar noch einmal federn lassen musste. Für Hauptdarstellerin Linda Blair war der Film bereits das Ende ihrer turbulenten Karriere. Kritiker vaporisierten den Film förmlich und die Einzelteile davon landeten in den Kinokassen, in deren Leere sich die Qualität dieser Fortsetzung wiederspiegelte. Zwar bekleckerten sich auch die weiteren Exorzist Fortsetzungen nicht mehr mit Ruhm, keine sollte aber auch nur ansatzweise an dem Niveau von Exorzist II ansiedeln.


2.
Stirb langsam - Ein guter Tag zum sterben
USA 2013
Regie: John Moore
Darsteller: Bruce Willis, Jai Courtney, Sebastian Koch






Die letzten beiden Filme waren Fortsetzungen, die es nicht hätte geben dürfen. Mit Stirb Langsam haben wir es mit einer kompletten Reihe zu tun, die es unlängst nicht mehr geben dürfte.
Bereits John McClanes PG-13 Abenteuer, Stirb langsam 4.0 (oder "Live Free or Die Hard), war ein semi gescheiterter Versuch, das "Die Hard Universum" ins neue Jahrtausend zu befördern. Und dennoch hatte Len "Blaufilter" Wiseman eine art Konzept, so viel konnte man ihm nicht absprechen.
Überraschenderweise war Stirb langsam 4.0 ein Erfolg, an den Kinokassen (trotz PG-13 Rating reichte es nur für Platz 2 beim Box Office, stellte aber doch sämtliche Startrekorde des Franchise ein) und teilweise auch bei den Fans. Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten. Unumstritten dürfte dafür jedoch die Qualität beim fünften Ableger der Reihe handeln. Stirb langsam - Ein guter Tag zum sterben dürfte nämlich der absolute Tiefpunkt dieser einst glorreichen 80er Action sein. Zwar besinnte sich 20th Century Fox dem Film sein R-Rating zurückzugeben, dies hält den Film aber nicht davon ab, eine absolute Gurke zu sein. Angefangen beim tristen, langweiligen Schauplatz rund um das graue Moskau, bis hin zur Inszenierung. Aber was soll man auch von einem Regisseur erwarten, auf dessen Konto das furchtbare Omen Remake und die nicht minder genau so schlechte Max Payne Verfilmung geht? Wer immer dafür verantwortlich war, einen so unbegabten Filmemacher wie John Moore zu engagieren, muss entweder heimlich im Sinn gehabt haben, das Franchise zu sabotieren oder aber war völlig betrunken. Vielleicht auch beides. Das Endergebnis ist der bereits angedeutete Gurkensalat.
Ach ja, diese McClanes, reiten sich in jedem Film in Schwierigkeiten. Welches verlorene Familienmitglied wird Bruce Willis ikonischer Charakter im nächsten Film wiederfinden? Seinen lange tot geglaubten Bruder, der sich als Ex-Stasi entpuppt und in Deutschland die DDR wieder aufleben lassen will? Das wäre bestimmt ein Job für Paul Anderson.



 1.
The Ring 2 Two
USA 2005
Regie: Hideo Nakata
Darsteller: Naomi Watts, Simon Baker, David Dorfman





Mit The Ring fing alles an. Eine neue art von Horrorfilm. Was in Japan praktisch schon ein alter Hut war, wurde im Westen gerade erst neu entdeckt. Verantwortlich für das erste Remake eines populären japanischen Horrorfilms (unzählige sollten folgen bis das Genre irgendwann so trocken und staubig war wie die Wüste Gobi) war Gore Verbinski. Gelungen ist ihm zusammen mit Dreamworks ein kühler, düsterer Mystery-Horrorfilm, wie man ihn seit Jahren nicht mehr im Kino zu sehen bekam. Dabei kopierte Verbinski das Original aus Japan beinahe 1:1 (die Romanvorlage zum japanischen Film lieferte Koji Suzuki). Die Philosophie (und auch das Budget) war jedoch eine andere und beide Werke können überraschend gut nebeneinander koexistieren. So schnell wie die neuen Horrorfilme um unheimliche kleine Mädchen mit langen dunklen Haaren populär wurden, so schnell gerieten sie eigentlich auch wieder in Vergessenheit.
Aber sicherlich war 2005 noch nicht die Zeit dafür.

Rund 3 Jahre nach dem US-Remake wollte es Dreamworks noch einmal wissen. Da Gore Verbinski alle Hände voll mit "Fluch der Karibik" hatte, war dieser nicht mehr für eine Ring-Fortsetzung verfügbar. Also ließ man einfach den Mann aus Japan einfliegen, der das Original gedreht hat. Eine passendere Besetzung für den Stuhl des Regisseurs kann es da wohl kaum geben. Hideo Nakata hatte sich nicht nur mit Ring einen Namen gemacht. Mit Ring 2 hatte er in Japan auch eine überraschend solide Fortsetzung zustande gebracht und mit Dark Water, einer weiteren Adaption einer Geschichte des japanischen Bestsellerautors Koji Suzuki, seinen nächsten Hit landete (bitte nicht verwechseln mit dem gleichnamigen, mäßigen, amerikanischen Remake zu Dark Water aus dem Jahr 2005).
Und letztendlich landete Hideo Nakata, bei seinem US-Debüt, mit The Ring Two eine Fortsetzung zu einem gelungenem Remake, welche sich nicht einmal vor "Exorzist II: Der Ketzer" verstecken muss.
Belanglos, nichtssagend und ohne Spannung agieren die Darsteller unter Hideo Nakatas eintöniger Regie und Ehren Krugers ideenloser Geschichte. Ja, und dann ist da auch noch dieser verdammte Junge. Dieser verdammte, altkluge Junge der nun noch eine viel größere Rolle hat als bereits im Vorgänger.
Woran sich die Leute später erinnern werden, wenn sie den Titel "The Ring Two" vernehmen werden, ist, Simon Bakers schiefe Fratze nachdem er vermutlich das Drehbuch las, eine Szene mit der Benutzung von unglaublich schlechtem CGI und dem verdammt guten Kurzfilm "Rings" von Jonathan Liebesman, der von Dreamworks einzig und alleine dafür in Auftrag gegeben wurde, The Ring Two zu promoten.

Es sollte sich herausstellen, Hideo Nakata bekam nach The Ring Two kaum noch ein nennenswertes Projekt zustande (weder im Westen, noch in seiner Heimat). The Ring Two ist auch ein weiterer Beweis dafür, wie gefährlich mal wieder eine direkte Fortsetzung werden kann. Man muss sich nur diese Liste anschauen, und bemerkt alleine an Filmen wie Battle Royale II oder aber auch Exorzist II, direkte Fortsetzungen zu eigentlich abgeschlossenen Handlungen haben es nie einfach.
Das man aber ein so sicheres Ding wie The Ring II aber dennoch so dermaßen in den Sand setzen kann, dazu gehört auch ein gewisses Können.

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