Archiv: Rezensionen zu Literatur und Film

Dienstag, 4. November 2014

Einwurf: Japanische Literatur - Wiederholend, eintönig, deprimierend?

6 Autoren aus Japan, deren Werk in zahlreiche Sprachen übersetzt wurde.
Oben von links nach rechts: Haruki Murakami, Banana Yoshimoto, Ryu Murakami
Unten von links nach rechts: Hiromi Kawakami, Kenzaburo Oe, Yoko Ogawa



Hinweis: In diesem Artikel möchte ich auch aufgrund des Verständnis und der sauberen Lesbarkeit nicht auf einzelne Werke der hier aufgelisteten Autoren eingehen. Eine Ausnahme bildet in diesem Falle der Roman "Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki" von Haruki Murakami.


Der, wie jedes Jahr, hochfavorisierte Haruki Murakami ging auch in diesem Jahr leer aus als der Nobelpreis für Literatur an Patrick Modiano vergeben wurde. Den DuMont Verlag dürfte es dennoch versöhnlich stimmen, dass Murakamis neuste und im Oktober veröffentlichte Sammlung an Kurzgeschichten „Von Männern, die keine Frauen haben“ es in die Top 10 der Spiegel-Bestseller geschafft hat.

Für viele Literaturkritiker und (ganz besonders) Murakamis Anhängern ist es klar. Das bedeutende Werk des japanischen Autors, der in seinem Land gefeiert wird wie ein Popstar, aber für die Öffentlichkeit wahrscheinlich noch schwerer anzutreffen ist als der Tenno, kann nur noch mit dem Nobelpreis für Literatur geadelt werden. Für viele eine Notwendigkeit, für den Autor selbst eine Auszeichnung, die er gar nicht so gerne hätte, denn scherzend meinte er, sie wäre ein Anzeichen dafür, dass man allmählich alt wird. Das "Alt werden", ein Motiv, welches man in Murakamis Büchern immer wieder findet. Denn das ist etwas, wovor auch seine Protagonisten ein wenig bammel haben.
Die Mehrheit scheint auf Murakamis Seite zu sein. Es werden aber Stimmen lauter, Stimmen, die es besonders in den vergangenen zwei Jahrzehnten nicht so vermehrt gegeben zu haben scheint, bevor dieser neue Murakami-Boom entstanden ist, ein Boom, der wiederum entstanden zu sein scheint als 1Q84 veröffentlicht wurde. Was nicht heißt, dass nun alle Werke des Autors an 1Q84 gemessen werden, aber es sind viele neue Leser hinzugekommen, auch Leser, die von dem eigenwilligen Schriftsteller vorher noch nichts gehört haben. Der Aufstieg des Internets und ganz besonders die Popularität von Social Media haben natürlich ihr übriges getan. Diese Stimmen werfen Haruki Murakami vor, einfallslos, deprimierend und sexistisch zu sein. Doch ist das wirklich so? Wird der Autor einfach falsch interpretiert oder steckt da doch etwas hinter? Auch wird immer wieder etwas davon geschrieben, Murakami gehen die Ideen aus oder das sich sein Stil allmählich abnutzt. Aber was sagen die Murakami-Kenner dazu?


Fünf mal Murakami. Fünf mal der gleiche Eintopf? (Foto: Aufziehvogel)


Von Männern, die keine Frauen respektieren
Haruki Murakamis erschreckend sexistischer neuer Kurzgeschichtenband  (Quelle: Überschrift zur Rezension von „Männer, die keine Frauen haben“ auf Fixpoetry. Verfasser: Kristoffer Cornils)

Ich bin zufällig auf die Rezension von Fixpoetry gestoßen die mit einer schnippisch markanten Überschrift beginnt. Heutzutage wird mit dem Wort "Sexismus" und "Frauenfeindlich" relativ leichtfertig umgegangen. Der Rezensent hat sich dennoch zu der sehr prägnanten Überschrift entschieden. Im beinahe den selben Atemzug kritisiert dieser auch noch die japanische Literatur an sich. Während ich die erwähnte Rezension, die sogar relativ eintönig lediglich auf den Sexismus Part eingeht, selbstverständlich nicht weiter besprechen möchte (wer diese lesen möchte, der Link dazu ist in dem zitierten Abschnitt anwählbar), hat mich diese aber dennoch zum nachdenken angeregt und sogar dazu ermutigt, diesen Einwurf zu verfassen. Handelt es sich bei der japanischen Literatur tatsächlich um Blender, die ausschließlich stets immer und immer wieder die gleichen Thematiken behandeln und eigentlich nur für eine spezielle Leserschaft geeignet sind?

So einfach darf man es sich gewiss nicht machen. Das Thema rund um die japanische Literatur ist komplex und umfangreich. Das Motive wie Einsamkeit, Isolation und Sehnsüchte bei Autoren wie Murakami, Yoshimoto und Kawakami immer wieder ein Thema sind ist kein Geheimnis. Die besagten Autoren gehen relativ leichtfertig, so scheint es zumindest, mit Themen wie "Sex und Gewalt" um. Es werden vielleicht Grenzen durchstoßen, die man bei westlicher Literatur nur selten oder anders, logischer beschrieben, wiederfindet. Hat man sich mit der japanischen Literatur nur wenig bis gar nicht zuvor auseinandergesetzt, kann man schnell die Keule schwingen und die jeweiligen Werke relativ schnell in eine bestimmte Schublade stecken. Man muss diesen Motiven aber genauer auf den Grund gehen. Das, was die japanische Literatur ausmacht, ganz besonders für westliche Leser, sind die geheimnisvollen Aspekte. Oftmals sind die Geschichten surreal oder gar ein wenig verwirrend, noch häufiger spielen Traumsequenzen eine wichtige Rolle. Meistens werden nicht alle Fragen geklärt und schon gar nicht werden Antworten sanft auf einem Silbertablett serviert. Es ist gut möglich das es Leser gibt, die davon entweder verwirrt oder gar absolut planlos sind, wenn sie resümieren, was sie da gerade gelesen haben. Ist diese Literatur denn wirklich so schwer zugänglich? Oder anders gefragt, deprimiert sie ihre Leser sogar?

Ich habe natürlich leicht reden, denn ich befasse mich beinahe mein ganzes Leben bereits mit dem Land und seiner Kultur und bin seit einigen Jahren auch geübt was die japanische Literatur angeht. Aber was die Allgemeinheit angeht, so muss ich auch mal einen Blick über die persönlichen Interessen werfen. Und da wird es schwierig. Besonders im deutschsprachigen Raum herrscht momentan eine regelrechte Flaute was neue Veröffentlichungen aus Japan angeht. Die Übersetzungen sind teuer und die Erträge vermutlich gering was für viele Verlage ein größeres Wagnis darstellt. Finanziert werden einige Romane sogar mit Deutsch-Japanischen Förderungen für Literatur.
Der Heyne Verlag hat es sich da einfacher gemacht und Koji Suzukis Roman „Der Graben“ (erschienen im Frühjahr 2014) lediglich aus der bereits adaptieren englischen Ausgabe übersetzt. Das dies keine fachgerechte und originalgetreue Übersetzung ist dürfte natürlich auch klar sein.

In der Welt der Krimis feierte jedoch Keigo Higashinos „Verächtige Geliebte“ und „Heilige Mörderin“ einige Erfolge und beide Werke fanden Anklang unter deutschen Lesern. Obwohl Higashino im Krimi-Genre zuhause ist, folgt aber auch er der japanischen Erzählkunst. So steht das Verbrechen eher im Hintergrund, dafür befasst sich der Autor jedoch intensiv mit seinen Charakteren und geht auf die psychologischen Aspekte ein. Ein Aspekt, der Gang und Gebe in der japanischen Literatur ist.

Aber wie steht es denn nun um die Motive der japanischen Literatur? Banana Yoshmito schreibt oft über selbstbewusste Frauen die sich auf ihrem Lebenswerk verloren haben, Haruki Murakami über einsame Junggesellen, mysteriöse Frauen und Jazzbars während Ryu Murakami (beide Autoren sind nicht miteinander verwandt) eine Mischung aus anspruchsvoller Literatur und Horror anbietet, der auch nicht davor zurückschreckt, einige pikante Szenen äußerst detailliert zu beschreiben. Und wie steht es um Hiromi Kawakami und ihre melancholischen Protagonistinnen oder Yoko Ogawas surreale Geschichten? Oder Nobelpreisträger Kenzaburo Oe's düstere Romane und Erzählungen, die beinahe schon einer Dystopie gleichkommen? Alles weltbekannte Autoren, die stets auf ähnliche Stilmittel und Motive setzen. Sind sie einfallslos, überfordert oder können westliche Leser sich einfach nicht in diese Geschichten hineinversetzen? Das ist eine Frage, die ich hier nicht klären kann. Zumindest nicht oberflächlich. Was die Romane auf keinen Fall, ganz sicher, nicht sind; einfallslos und schon gar nicht sexistisch. Hier mögen einige westliche Leser zu sehr an Klischees kratzen weil die besprochenen Werke häufig unser gewohntes Denken umkrempeln. Die moderne japanische Literatur hat dabei so viel mehr zu bieten, wenn man sich nur auf sie einlassen würde. Aber dies ist leichter gesagt als getan.

Um letztendlich wieder auf Haruki Murakami zurückzukommen. War dieser in den 90ern besonders in Deutschland noch ein absoluter Geheimtipp, so trifft man neuerdings häufig Leute in den Bussen und Bahnen an, die einen seiner Romane während der Fahrt lesen. Meistens sind es die neuen Werke wie „Kafka am Strand“„1Q84“ oder aber sein neuster Roman „Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki“. Und ich selbst war es, der Murakami im Jahr 2008 mit „Kafka am Strand“ für sich entdeckte. Und ja, auch mir sind die wiederkehrenden Motive nicht verborgen geblieben. Aber was ist so schlimm daran, frage ich mich? Es ist ja nicht so, dass der Autor stets die gleiche Geschichte neu aufwärmt. Murakami Stilmittel sind eher etwas vertrautes, etwas gewohntes, etwas, was man gerne wiedersieht. Trotz all dieser Vertrautheit ist mir nach „Kafka am Strand“ etwas aufgefallen, was anders ist. Erstmals ist es mir beim Nachfolger „After Dark“ aufgefallen und spätestens dann bei dem umfangreichen Dreiteiler „1Q84“. In Murakamis Erzählstil hat sich etwas verändert. Darunter auch Motive, die mir erstmals sogar weniger gefallen. Im neuen Interview, welches „Die Welt“ mit Murakami führte, beschreibt der Autor den Stil seiner neuen Veröffentlichungen folgendermaßen:

Meine neuen Storys unterscheiden sich ziemlich von meinen früheren surrealistischen. Ihr Stil ist sehr realistisch. Das ist aber nur äußerlich. Der Geist der Geschichten ist trotzdem übernatürlich oder surreal.
Vielleicht werde ich einfach älter. Als ich jünger war, wollte ich wild und zerstörerisch sein. Heute möchte ich kultivierte Geschichten schreiben und sozusagen auf solidem Grund ein surreales Bauwerk errichten. Wie beim "Eigenständigen Organ". Das ist eine realistisch erzählte Geschichte, vom Anfang bis zum Ende. Aber sie erscheint mir zugleich sehr seltsam.  (Quelle: Die Welt: Haruki Murakami - Was in meinem Kopf vorgeht, ist ungewöhnlich)

Diese befremdliche Gefühl, welches ich erstmals in 1Q84 verspürte, spürte ich erneut in „Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki“. Und das ausgerechnet bei einer Murakami-Frau. Die Murakami-Frau, damaliger Auslöser bei vielen jungen Lesern nach einer geheimnisvollen Frau zu suchen, die es vermutlich gar nicht gibt, spielt in seinem neusten Roman eine relativ unbedeutende Rolle. Trotz allem ist Sara, die Protagonist, die Tsukuru Tazaki zu eben jener Pilgerreise überredet, weder sympathisch noch charmant. Das ein geheimnisvoller Nebel sie umgibt, dem will ich nicht widersprechen. Allerdings ist es ihre art und ihr Verhalten, die sie sehr von anderen Murakami-Frauen unterscheidet. Im aktuellen Interview redet Murakami darüber, dass es praktisch Sara war, die als Wegweiser fungierte, die Geschichte um den farblosen Bahnhofs-Architekt zu verfassen. Sara jedoch, die sich durchaus eine Beziehung mit Tsukuru vorstellen kann, ist sehr erpicht darauf, dass sich Tsukuru seiner unangenehmen Vergangenheit stellt. Im ersten Moment ist dies keine schlechte Eigenschaft, eine zielstrebige Frau, die Forderungen stellt bevor sie sich auf eine Beziehung einlässt. Auf der anderen Seite setzt diese ihn aber erheblich unter Druck und betrügt ihn vermutlich auch noch mit einem älteren Mann. Sämtliche Versuche, etwas aus Saras Vergangenheit herauszukitzeln scheitern bei Tsukuru jedoch und er bleibt völlig im Dunkeln über die Aktivitäten seiner Freundin.

Während ich mir über Murakamis weibliche Protagonistin Gedanken mache, machen sich viele Kritiker und Leser jedoch über weitaus oberflächlichere Aspekte in der japanischen Literatur Gedanken. Hier kommen aber die Denkweisen zweier völlig verschiedener Kulturen, die der Deutschen und die der Japaner, zusammen. Für mich (sowie für die Kenner der japanischen Literatur als natürlich auch die Japaner an sich) ist der eher leichte Umgang in Sachen Gewalt und Sex in einigen Romanen ein Stilmittel was dazu dient, die Story und die Handlungen der Charaktere weiter voranzutreiben. Viele Leser der westlichen Literatur könnten aber genau dieses Stilmittel als provozierend oder gar als maßlos überzogen ansehen. Schnell hantiert man auf einmal mit Vokabeln wie "gewaltverherrlichend" oder "sexistisch" (besonders gut kann man dies bei Amazon Rezensionen beobachten). Befasst man sich aber nur etwas länger mit den jeweiligen Werken oder aber sieht von der vielleicht etwas oberflächlichen Meinung mal ab, gibt auch die japanische Literatur jedem Leser eine faire Chance, sich in die etwas eigenwillige Welt jener Kultur einzufinden.

Natürlich bin ich ein begeisterter Leser der japanischen Literatur. Meine Meinung gegenüber den Kritikern war all die Zeit recht voreingenommen und ich versuchte immer wieder, für diese Literatur zu argumentieren. Nach reichlicher Überlegung bin ich aber zu dem Entschluss gekommen, dass diese Kritiker mit ihren Argumenten nicht unbedingt unrecht haben (natürlich kommt es immer noch auf die Qualität der Begründungen an). Die Jazzbars, die Melancholie, die Sehnsüchte, die Einsamkeit und auch der Surrealismus, all das gehört zur japanischen Literatur. Zum einen wird Literatur immer mit dem Gewissen verfasst, dass sie in ihrem Heimatland Anklang findet. Somit steckt auch die Philosophie und Denkweise der japanischen Kultur in jeder Geschichte. Ob eher traditionell wie bei Kenzaburo Oe, oder aber mit westlichen Einflüssen wie bei Haruki Murakami. Jede dieser Geschichten ist durch und durch japanisch, und genau so soll es auch sein. Die japanische Literatur wird auch daher weiterhin eher eine Nische in Deutschlands Buchhandlungen füllen, aber mit vielen interessanten Veröffentlichungen kann die exotische Literatur Jahr für Jahr neue Leser gewinnen. Ob es einem gefällt oder nicht, ob wiederholend, eintönig oder deprimierend, japanische Autoren polarisieren und werden dies auch weiterhin tun. Denn bei der japanischen Literatur gibt es vermutlich nur zwei Optionen für den Leser. Entweder man liest sie leidenschaftlich, oder geht nach einem kurzen Gastspiel wieder traditionelle Wege.


Cheers, euer Aufziehvogel

Kommentare:

  1. Um aus meiner eigenen Rezension zu zitieren:
    »Das Formelhafte an Murakamis Literatur nimmt zweifellos ermüdende Züge an, jedoch verkennt die westliche Kritik den Background des Japaners: In seinem Heimatland wird Literatur anders produziert als bei uns. Näher an der Leserschaft geschrieben, mit höherer Frequenz veröffentlicht. Der Vorwurf könnte gegen die Mehrheit der japanischen Literaturschaffenden gerichtet werden (Banana Yoshimoto beispielsweise kleidet ihre Prosa gerne in Schlaflosigkeit, Alkoholismus, Hantologie und Weiblichkeit), er wäre jedoch ignorant.«

    Nur, weil ich die (westliche) Kritik an Murakamis oder der japanischen Literatur generell herbeizitiere, unterschreibe ich sie nicht. Im Gegenteil.

    Des Weiteren stimmt es zwar, dass sich meine Rezension zu »Von Männern, die keine Frauen haben« weitestgehend mit dem sexistischen Dukutus Murakamis befasst, allerdings würde sich ein Blick zum Beispiel auf meine Rezension zum letzten in Deutschland veröffentlichen Roman des »anderen« Murakami lohnen: Dem attestiere ich eben das Gegenteil - obwohl der Roman weit intensiver um Sex und Gewalt dreht. Siehe: http://www.fixpoetry.com/feuilleton/kritiken/ryu-murakami/das-casting

    Insofern: Mir oberflächliche Kritik vorzuwerfen ist etwas fad, wenn du meine Kritik nicht mal gründlich gelesen hast - oder?

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  2. Hallo Kristoffer,

    Leider werde ich nicht immer sofort informiert sobald hier ein neuer Kommentar veröffentlicht wird. Das geschieht eher willkürlich.

    Natürlich hätte ich mich gerne schon früher geäußert, bin ja niemand, der einer anständigen Diskussionen aus dem Wege geht. Wenn sich das oberflächlich gelesen haben sollte in meinem Einwurf, will ich mich dafür entschuldigen. Ich habe deine Rezension zu "Männer, die keine Frauen haben" sogar sehr ausführlich gelesen (allerdings hatte ich da die Rezension von Audition aka Das Casting noch nicht entdeckt). Du hast natürlich gültige Argumente, finde aber, und dabei bleibe ich auch, hast du deine Argumente etwas zu sehr auf die japanische Literatur ausgeweitet. Mittlerweile entdecke ich immer wieder in Rezensionen, wie schnell die Sexismus oder Rassismus Keule geschwungen wird. Es gibt hier sogar einen Kommentator auf dem Blog, der Lost in Translation Rassismus vorwirft.

    Man muss übrigens beide Murakamis voneinander unterscheiden. Haruki Murakami ist ein Surrealist, der auch, wie man in Tsukuru Tazaki sehr gut lesen kann, Sex sehr traumhaft darstellen kann. Harukis Protagonisten sind grundsätzlich ledige Männer, die mit der ein oder anderen geheimnisvollen Frau ins Bett steigen. Aber an seinem letzten Roman konnte man gut erkennen, dass es auch seine weiblichen Protagonisten sein können, die ihren Partner betrügen. Aber ich schweife zu sehr ab.

    Ryu Murakami hingegen hat da doch einen komplett anderen Stil. In seinen Büchern, die im Thema Sex und Gewalt ganz sicherlich nicht zimperlich sind, wird ganz anders, wesentlich rauer mit diesen Thematiken umgegangen. In deinem letzten Absatz zur "Das Casting" Rezension hast du etwas interessantes zu Ryu Murakami geschrieben und ihn gut analysiert, und dem schließe ich mich an.

    Natürlich geht unsere Meinung bei dem Thema japanische Literatur vermutlich weit auseinander, aber wie du siehst gibt es auch Titel wo wir auf einen Nenner kommen. Für die Schroffheit in meinem Einwurf will ich mich dennoch entschuldigen.

    Beste Grüße,

    Marcel

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